Bellach
Schwarzer Peter liegt nun bei den Befürwortern des Marti Recycling Centers

Die Mitwirkung am Räumlichen Leitbild brachte an der Gemeinderatssitzung einen überraschenden Erfolg für die Gegner des Marti Recycling Centers. Das Leitbild kommt ohne MRC an die Gemeindeversammlung. Damit erledigt sich für die Gegner ein Dilemma.

Urs Byland
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Das geplante Recycling Center im Westen von Bellach Richtung Selzach. (Illustration/zvg)

Das geplante Recycling Center im Westen von Bellach Richtung Selzach. (Illustration/zvg)

Bisher hätten die Gegner mit ihrem Nein gegen das Marti Recycling Center (MRC) auch das Leitbild gebodigt, das heisst zumindest verzögert. Nun können sie Ja zum Leitbild sagen und damit gleichzeitig das MRC verhindern.

Auf der anderen Seite müssen die MRC-Befürworter das Leitbild ablehnen, um die Bodenwaschanlage im Westen Bellachs anzusiedeln. Sie haben damit den Schwarzen Peter gefasst. Den Durchbruch schaffte Gemeinderat Felix Glatz-Böni (Grüne).

Mit seinem Antrag, das für das MRC vorgesehene Gelände im Siedlungsplan der Gemeinde wegzulassen, wolle er dem Mitwirkungsresultat Geltung verschaffen. Zur Mitwirkung wurden 171 Eingaben gemacht.

Mit dem Leitbild einverstanden waren 39, mit dem Leitbild wegen des MRC nicht einverstanden deren 132. «Wie erklären wir der Bevölkerung, dass wir fast jede Kleinigkeit in den Eingaben im Leitbild berücksichtigen, nicht aber die grosse Anzahl, die gegen das MRC gerichtet sind?», stellte Glatz-Böni die entscheidende Frage.

Er stelle den Antrag, um das Räumliche Leitbild zu retten. Der Antrag wurde mit 7 zu 6 Stimmen angenommen.

Mirjam Lüthi-Probst, Präsidentin der IG Lebenswertes Bellach, besuchte die Gemeinderatssitzung und war von diesem Entscheid ebenso überrascht wie die meisten Anwesenden. «Damit haben wir nicht gerechnet.

Wir haben unsere Informationen bisher auch darauf ausgerichtet, dass der Gemeinderat über die Mitwirkung hinwegschaut und wir an der Gemeindeversammlung gegen das Räumliche Leitbild stimmen müssen.

Dieser Entscheid ist, so finde ich, der richtige Weg.» Mirjam Lüthi-Probst ist auch überzeugt, dass mit diesem Entscheid die Chancen für die Gegner des MRC verbessert worden seien. «Wir müssen es jetzt einfach neu kommunizieren, aber ich bin positiv überrascht.»

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