Sekundarschulzentrum Unterleberberg
Schüler zeigen viel Freude an den präsentierten Projektarbeiten

Am Sekundarschulzentrum Unterleberberg wurden vor den Sommerferien zum ersten Mal Abschlusszertifikate an die Schüler vergeben, die die obligatorische Schulzeit abgeschlossen haben. Die Schule in Hubersdorf nimmt an einem Pilotprojekt teil – gemeinsam mit dem Oberstufenzentrum Leimental in Bättwil und der Kreisschule Untergäu in Hägendorf.

Rahel Meier
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Naomi Huber (Riedholz, links) und Joana Buxtorf (Flumenthal) mit drei Kleidern aus ihrer selbst geschneiderten Kollektion.

Naomi Huber (Riedholz, links) und Joana Buxtorf (Flumenthal) mit drei Kleidern aus ihrer selbst geschneiderten Kollektion.

Zur Verfügung gestellt

Dieses Abschlusszertifikat ist eine der Neuerungen der Sek-I-Reform. «Für mich ist das eine der Perlen der Reform», erklärt Jan Flückiger (Schulleiter Sekundarschulzentrum) im Gespräch. Das Abschlusszertifikat wird aufgrund der Ergebnisse der Leistungstests Ende des 8. Schuljahres, der Erfahrungsnoten des 9. Schuljahres und der Bewertung der Projektarbeit im 9. Schuljahr ausgestellt.

Selbstständiger werden

Die Projektarbeit in der 9. Klasse sei ein wichtiger Bestandteil, so Flückiger weiter. «Die Schüler sollen lernen, selbstständig zu arbeiten.» Das werde in der anschliessenden Ausbildung und in der heutigen Berufswelt immer wichtiger. Auch würden Lehrbetriebe vermehrt dazu übergehen, bei der Auswahl ihrer Lehrlinge Eignungstests durchzuführen.

«Wir hatten unglaublich spannende Projektarbeiten», erklären sowohl Flückiger als auch Hauptschulleiter Stefan Liechti übereinstimmend. Da wurden Modekollektionen entworfen und geschneidert, es wurde gezimmert, Kurzfilme gedreht, spannende biologische Abhandlungen wurden geschrieben.

«Ich muss dazu auch sagen, dass wir sehr motivierte Schülerinnen und Schüler haben. Nur wenige haben einen so genannten ‹Schulablöscher›. Wer den Ablöscher hat, den holt man auch mit einer Projektarbeit nicht aus dem Loch heraus», meint Flückiger weiter.

Das Sekundarschulzentrum habe vom Schulversuch profitiert, sind sich Flückiger und Liechti sicher. «Wir hatten Mehraufwand mit Weiterbildungen, die besucht werden mussten», so Flückiger. Auch in der Stundenplanplanung musste jongliert werden, und die Elterninformation war ebenfalls wichtig.

«Ich habe das Gefühl, dass die Schüler tatsächlich gelernt haben, selbstständiger zu arbeiten», so Flückiger. In Hubersdorf sei es Brauch, dass sich die Schulklassen am letzten Schultag irgendwo auf dem Schulgelände verewigen. «Heuer ging das sehr zielgerichtet vor sich.»

Jahr der Konsolidierung

Seit einem Jahr sind die Schulen im Unterleberberg vereinigt in der Gemeinsamen Schule Unterleberberg (GSU). Hauptschulleiter Stefan Liechti zieht ein positives Fazit: «Es war ein erfolgreiches Jahr.» Man sei mit viel Elan gestartet. Lehrerschaft und Schulleitungen vor Ort hätten den Betrieb mitgetragen.

Nicht alle Entscheide, die zu treffen waren, waren einfach. So wird der Schulbetrieb in Niederwil nach den Sommerferien ganz aufgehoben. Im letzten Jahr wurde dort noch eine dritte Klasse unterrichtet. Auch in Hubersdorf musste eine Klasse geschlossen werden. Dafür könne ein Klasse in Flumenthal weitergeführt werden, obwohl sie vom Bestand her eher zu klein sei. «Das ist die Stärke der Gesamtschule, solches können wir im Verband abfedern.»

Das erste Jahr sei auch ein Jahr der Konsolidierung gewesen. «Wir mussten vier verschiedene Primarschulen und Kindergärten mit verschiedenen Kulturen und Ressourcen zusammenführen.» So wurde erstmals im Unterleberberg ein gemeinsames Budget über alle Schulbereiche erstellt, gemeinsame Leistungsziele und ein Schulprogramm definiert.

Auch Reglemente mussten angepasst werden, beispielsweise was Ausgaben für Lager oder Schulreisen angeht. «Obwohl eine so grosse Umstrukturierung immer auch Ängste und gar Widerstand auslöst, sind die meisten Lehrerinnen und Lehrer zufrieden. Und dort, wo es noch harzt, verstehen wir uns als Lernende», so Liechti optimistisch.