Oensingen
Schüler lernen mit «MiniAnne» Leben zu retten

Die 8. Klassen der Kreisschule Bechburg Oensingen erlernen im Rahmen des Schulprojektes Help der Herzstiftung Olten Grundkenntnisse der Wiederbelebung.

Karin Ackermann
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Er scheint noch zu zögern, während andere sich bereits praktisch mit «MiniAnne» befassen. zvg

Er scheint noch zu zögern, während andere sich bereits praktisch mit «MiniAnne» befassen. zvg

Dabei werden sie von Ausbildnern des kantonalen «Bildungszentrums Gesundheit und Soziales» über das richtige Reagieren bei einem Herznotfall informiert und können die lebensrettenden Massnahmen sogar praktisch üben.

«Muss ich wirklich mit meinem ganzen Gewicht auf den Brustkorb drücken?», fragt eine Schülerin ungläubig. Hans-Peter Bader, Leiter der Schulung, motiviert sie: «Nur zu! Es muss klicken, dann machst du es richtig.» Vor der Schülerin liegt jedoch kein richtiger Patient, sondern «MiniAnne», eine Übungspuppe. Sie ist Teil eines Ausbildungs-Kits, mit welchem die Jugendlichen in einem rund halbstündigen Training Grundkenntnisse in Herzmassage, Beatmung und Defibrillation erwerben können.

8000 Fälle jedes Jahr

Jedes Jahr werden rund 8000 Menschen Opfer eines Herz-Kreislauf-Stillstands. Leider überleben weniger als fünf Prozent dieses Ereignis, wenn es sich ausserhalb eines Spitals ereignet. Die Herzstiftung Olten hat sich mit ihrem Projekt Help zum Ziel gesetzt, bereits Jugendliche mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung vertraut zu machen. Dafür hat sie im Kanton Solothurn drei Pilotschulen ausgewählt, welche in diesen Wochen in den Genuss einer entsprechenden Ausbildung kommen. Schulleiterin Rita Häfeli ist stolz, dass die Achtklässler der Kreisschule Bechburg zu den Auserwählten gehören. Sie ist überzeugt: «Das Projekt fördert auch soziale Kompetenzen wie Solidarität, Hilfsbereitschaft und Teamwork.»

Inzwischen hat «MiniAnne» die Herzmassage gut überstanden. Nun lernen die Jugendlichen, wie man die Atmung des Patienten überprüft und anschliessend eine korrekte Beatmung durchführt. Danach werden die beiden Techniken mehrmals in rhythmischer Abfolge geübt. «MiniAnne» macht geduldig mit, und die Teilnehmenden zeigen sich von der Intensität der Übungen beeindruckt: «Ich wusste nicht, dass man dies so lange und so oft durchführen muss», meint eine Schülerin. «Vergesst nicht, selber richtig zu atmen», ermahnt Sportlehrer Philippe Schüpbach die ganz Eifrigen.

Nur keine Angst vor Fehlern

Das effiziente Alarmieren der Rettungskräfte im Notfall ist anschliessend ebenso Thema wie der richtige Gebrauch eines Defibrillators. Um die Nachhaltigkeit des Projektes zu erhöhen, dürfen die Jugendlichen nach der Schulung ihr persönliches «MiniAnne»-Set inklusive Demonstrations-DVD behalten.

Kursleiter Hans-Peter Bader ermuntert die Schülerinnen und Schüler, das erworbene Wissen mittels «MiniAnne» in der Schule oder zu Hause zu wiederholen und zu trainieren und auch Familie und Freunde mit dieser Thematik vertraut zu machen, so lasse sich auch die Angst vor dem Eingreifen im Ernstfall abbauen. Denn, so sagte Bader mit Nachdruck: «Nur wenn du nichts machst, begehst du keinen Fehler!»