Elektronische Medien bestimmen stark das Leben insbesondere junger Menschen. Dass das «Wunderding» Handy für seine Nutzer aber auch Gefahren birgt, machten die Referenten René Henz und Carlo Wyniger deutlich. Sie ergänzten sich gut im Vortrag «Facebook & Co», zu dem der Verein «Günsberg ohne Mobilfunkantenne am Schulhaus» (Gomas) eingeladen hatte.

René Henz bekämpft als Sozialpädagoge bei «Perspektive» die Auswirkungen von Suchtverhalten. Carlo Wyniger ist einer der neun Mitarbeitenden bei der Jugendpolizei. Mit rund 350 jährlichen Veranstaltungen in Schulen und Öffentlichkeit betreibt diese Gruppe Prävention und Aufklärung, für Jugendliche, deren Eltern und Lehrkräfte.

Denn rund 93 Prozent aller Heranwachsenden zwischen 12 bis 16 Jahre haben hierzulande bereits Internetzugang im eigenen Zimmer. 9 von 10 Buben unter 12 Jahren hätten schon pornografische Seiten im Internet besucht.

Deshalb der dringende Rat der beiden Referenten: «Eltern sollten mit ihrem Nachwuchs im Gespräch bleiben, sich laufend über die Bedienbarkeit der Kommunikationsmittel informieren und auch gelegentlich Mitgamen.» Nur so erfahre man die Faszination der jungen Leute an den Medien, die für ihren Alltag in ihrer Verfügbarkeit selbstverständlich sind.

Nichts ist löschbar

Immer wieder müsse den jugendlichen Nutzerinnen und Nutzern klar gemacht werden, dass nichts im Internet und in den Sozialforen auf Richtigkeit kontrolliert wird und vor allen Dingen, dass nichts löschbar ist.

Spurenlos könne sich dort niemand bewegen, der Fotos, Filme und Texte etwa bei Facebook oder Youtube platziere. «Seid misstrauisch», rät Wyniger den jungen Leuten, die sich gerne so freizügig in den sozialen Netzwerken austauschen.

«Schreibe nichts über jemanden, das Du nicht auch über Dich lesen möchtest», warnt er vor den Auswirkungen von Mobbing, das keinesfalls mehr als «Spass» zu bezeichnen ist und als Antragsdelikt gegebenenfalls juristisch verfolgt und bestraft wird. Dazu allerdings müsse das «Opfer» den ersten Schritt machen und Belästigung und Schikane zur Anzeige bringen.

Etliche, leichtsinnig verfasste Einträge könnten Lebensläufe und Ausbildungskarrieren zerstören, zeigte der Vortragende an Beispielen. Dies sei auch ablesbar an dem in Mode gekommenen Sexting (Zusammenzug aus Sex und Texting), das eine schlimme Dynamik entfalte und der Erpressung Tür und Tor öffne.

Man kann sich schützen

Es gibt eine Fülle von Informationsbroschüren (erhältlich bei Perspektive und Polizei), die Risiken und Gefahren im Netz deutlich aufzeigen, und wie man sich schützen kann. Neben der Verantwortung der Eltern gelte es immer wieder, an die jungen Leute zu appellieren. Um in diesen Bereichen Nachhaltigkeit zu erzielen, sollten Eltern und Schulen dauerhaft am Thema mitarbeiten, antwortete Henz auf eine Frage aus dem Publikum.