76 Interessierte aus der Zwillingsgemeinde und weitere Gäste liessen sich trotz schönem Wetter und Fussballübertragung in der Pfarrschür über den Stand der Dinge bezüglich «Wohnen im Alter» orientieren.

Architekt Hans-Rudolf Kobi stellte als Nutzungsstudie das Umbauprojekt für das von der Gemeinde erworbene, zentral liegende Bauernhaus der Erbengemeinschaft Schluep vor. Da es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt, müsse subtil vorgegangen werden, erläuterte Kobi alle baulichen Massnahmen, die er gemeinsam mit Mitarbeiterin Silvia Suter erarbeitet hat.

Rein äusserlich sollte am bestehenden Objekt samt mächtigem Dach alles erhalten bleiben. Dabei werde insbesondere im Dachinnenraum die Belichtung problematisch. Doch Lichtbänder und Lukarnen sorgen dafür, dass auch dieses 2. Geschoss wie die übrigen beiden Etagen mit Wohnungen in der Grösse zwischen 60 und 80 Quadratmetern genutzt werden kann. Bei allen 11 Einheiten sind Balkone, Terrassen oder ebenerdige Sitzplätze vorgesehen. Ausgestattet werden die 2,5- oder 3,5-Zimmer-Wohnungen nach den Grundsätzen der Behindertengerechtigkeit.

Erschlossen ist das Haus aus der grossen Zugangshalle mit einem Lift. Vorgesehen in der Hausumgebung sind Gartenplätze zur Begegnung und in der Nähe der Einfahrt auch überdachte Parkplätze.

Über den Daumen gepeilt rechnet Kobi mit reinen Umbaukosten von 2,9 Mio. Franken, zuzüglich Anschlussgebühren, Umgebungsgestaltung und der Einrichtung der Heizung in einem vorhandenen Nebengebäude beläuft sich das Total auf etwa 4 Mio. Franken. Je nach Wohnungsgrösse könnten die Mietpreise bei 1100 bis 1500 Franken liegen.

Eine Genossenschaft als Trägerin

Nicht die Gemeinde selbst, sondern eine gemeinnützige Genossenschaft bestehend nur aus öffentlichen Körperschaften wie der Einwohnergemeinde, den beiden Bürgergemeinden, der Kirchgemeinde und der Spitex sollen die Trägerinstitution mit je zwei Stimmrechten für dieses lokale Modell von «Wohnen im Alter» bilden.

Als Sprecher der siebenköpfigen Arbeitsgruppe beschrieben Gemeindepräsident Herbert Schluep und Max Siegmann rechtliche Grundlagen und Möglichkeiten zur Finanzierung, die aus ihrer Sicht «durchaus machbar ist».

Die Anteilscheine betragen 2000 Franken. Als Darlehensgeber können Banken und ebenso gern, weil verzinst, auch Privatpersonen beteiligt werden. Zusätzlich wird man sich um Fördergelder aus verschiedenen Töpfen bemühen. Im September soll, wenn der Gemeinderat in seinen Beratungen das gesamte Projekt als realisierbar beurteilt hat, die Gründung der «Wohnbaugenossenschaft am Dorfbrunnen» stattfinden.

Fragen aus dem Publikum

Geklärt wird noch, ob alternative Energien bei der Heizungsanlage im Rahmen eines kleinen Wärmeverbundes zum Zuge kommen. Das noch zu erarbeitende Betriebsreglement wird festlegen, ob bei freien Wohnungen auch jüngere Personen dort einziehen können.

Eine Vertreterin der örtlichen Kirschblütengemeinschaft stellte deren interne Planung zur Schaffung von Alterswohnungen vor. Eröffnet hatte den Orientierungsabend ein ausführliches Grundsatzreferat zu «Wohnen im Alter», das Reinhard Hänggi vom Verband «Wohnen Schweiz» teilweise im Dialog mit dem Publikum gehalten hatte. Vreni Schluep von der Erbengemeinschaft wünschte abschliessend dem Projekt viel Glück: «Da wird etwas Schönes entstehen.»