Budgetversammlung
Schnottwil will Investitionen wenn immer möglich hinausschieben

Das Budget wurde in Schnottwil akzeptiert, und der Vertrag mit der Sozialregion Biberist-Lohn-Ammannsegg-Bucheggberg gekündigt. Am Steuerfuss wurde nicht gerüttelt.

Marlene Sedlacek
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Wenig Luft für Investitionen: Auch wenn es finanziell schlecht bestellt ist um Schnottwil, wird der Steuerfuss vorerst nicht verändert.

Wenig Luft für Investitionen: Auch wenn es finanziell schlecht bestellt ist um Schnottwil, wird der Steuerfuss vorerst nicht verändert.

Hansjörg Sahli

Die 55 Anwesenden an der Gemeindeversammlung gaben dem Gemeinderat grünes Licht für alle Geschäfte. Das Budget mit einem Aufwandüberschuss von 4150 Franken und Nettoinvestitionen von 900 450 Franken wurde vom Volk diskussionslos und einstimmig verabschiedet. Grosse Investitionsposten sind die Erschliessung Muer und der Ersatz der Heizung im Schulhaus. Die Stimmbürger bewilligten für die dritte Etappe der Erschliessung Industriestrasse, wo die letzte Parzelle vergeben wurde, einen Kredit von 432 000 Franken. Davon werden 350 000 Franken an Gebühren zurückkommen.

Auch der Kredit für die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges für knapp 100 000 Franken wurde ohne Gegenstimme gutgeheissen. Das alte Fahrzeug mit Jahrgang 1990 weise erhebliche Mängel auf und sei nicht ökologisch, bemerkte Gemeinderätin Ursula Brüllhardt. 35 Prozent der Kosten wird die Versicherung übernehmen, die Gemeinden Lüterswil-Gächliwil und Biezwil beteiligen sich mit je rund zwölf Prozent. Der Anteil für Schnottwil wird gut 40 000 Franken betragen.

Investitionen hinausschieben

Finanzvorsteher Stefan Schluep lobte zwar die fast ausgeglichene Erfolgsrechnung, die, nachdem der neue Finanzausgleich angenommen wurde, noch um 120 000 Franken besser ausfallen wird. Bei der Investitionsrechnung sieht er jedoch schwarz. Die Finanzplanung weist bis ins Jahr 2019 jährliche Nettoinvestitionen von durchschnittlich 900 000 Franken aus.

«Die heutige finanzielle Situation lässt dies ganz klar nicht zu», betonte er. Bereits nächstes Jahr werden etwa 50 Prozent der Investitionen nicht aus eigenen Mitteln bezahlt werden können. Schluep hält maximal 400 000 Franken pro Jahr ohne neue Fremdverschuldung für finanzierbar. Er empfiehlt, Investitionen wenn immer möglich hinauszuschieben.

Auch wenn die finanzielle Situation schlecht aussieht, wird am Steuerfuss von 135 Prozent nicht gerüttelt. Ebenfalls gibt es keine Anpassungen bei den Gebühren.

Mehr Prozente für Verwaltung

Einstimmig genehmigten die Anwesenden eine Aufstockung der Stellenprozente in der Gemeindeverwaltung um zehn Prozent auf 195 Prozent. Dies war nötig geworden, weil die administrativen Arbeiten der Energieversorgung in die Verwaltung integriert wurden. Ebenso sprach sich das Volk für eine Kündigung des Vertrags mit der Sozialregion Biberist-Lohn-Ammannsegg-Bucheggberg aus. Spätestens an der nächsten Budgetgemeinde wird ein neuer Vertrag vorgelegt, der mehr Mitspracherecht für die angeschlossenen Gemeinden, vor allem in finanziellen Belangen, vorsieht.

Wärmelieferung ab August

Zum Schluss der Versammlung informierte Gemeindepräsident Jürg Willi über den Stand des Projekts Wärmeverbund. «Wir haben unser Ziel erreicht und Verträge für die Lieferung von 800 Kilowatt Energie unterschreiben können», freute er sich. Die Baubewilligung ging ohne Einsprachen über die Bühne. Anfang Jahr ist das Verlegen der Leitungen geplant. «Nach der Chilbi im August muss der Verband Wärme liefern können», sagt Willi. Er hat keine Zweifel daran, dass dies klappen wird.