Der Anbau West an das Schulhaus Bühl in Messen nahm am Mittwochabend die erste Hürde: Die Delegiertenversammlung des Schulverbandes Bucheggberg A3 (A3) stimmte dem Investitionskredit von 1,77 Millionen Franken mit 15 zu 5 Stimmen zu. Die Nein-Stimmen lieferten die Delegierten von Schnottwil, Lüterswil-Gächliwil und Biezwil, jener aus Kyburg-Buchegg enthielt sich der Stimme.

Anfang 2013 mit dem Bau beginnen

Weitere 30 000 Franken kosten die Honorare von Architekt und Bauingenieur. Diese bereiten nun die Umsetzung vor, damit gleich Anfang 2013 mit dem Bau begonnen werden kann. Dank des straffen Fahrplans sollen die Schülerinnen und Schüler bereits ab August 2013 vom vergrösserten Raumangebot profitieren können. Nebst mehreren Zusatzräumen und einem Lehrerzimmer werden vor allem vier Gruppenräume und vier Klassenzimmer gebaut.
Vor der Abstimmung hatten Schulverbandspräsidentin Verena Meyer (Mühledorf) sowie die Vorstandsmitglieder Bernhard Jöhr (Infrastruktur/Messen) und Thomas Stutz (Finanzen/Aetingen) aufgezeigt, welche Varianten zusätzlich geprüft wurden. Ein Anbau auf der Ostseite würde den Bedarf - vorausgesagt werden leicht steigende Schülerzahlen - an zusätzlichen Klassenzimmern nicht erfüllen. Auch die Umnutzung der Abwartwohnung im «Bühl» bringe keine Vorteile. Und ein neuer A3-Schulstandort in Aetingen wäre zu teuer und wegen der nötigen Schülertransporte logistisch schwierig.

Neubau nur unwesentlich teurer
Die zwei als Notlösung vor zwei Jahren zugemieteten Pavillons, die dank des Neubaus nicht mehr benötigt werden, gaben viel zu reden. Gemäss Thomas Stutz käme das Versetzen und die weitere Nutzung der beiden Pavillons im Fünfjahresvergleich nur 12 000 Franken pro Jahr günstiger als der Neubau. Zusätzliche Klassenräume stünden jedoch nicht zur Verfügung.

«Was ist, wenn wir in wenigen Jahren bereits wieder zu wenig Platz haben?», fragte Silvia Stöckli, Lüterswiler Delegierte und Gemeinderätin. Der Schnottwiler Gemeindepräsident und A3-Delegierte, Jürg Willi, doppelte nach und verwies auf den vom Bundesamt für Statistik bis 2035 prognostizierten Anstieg der Schweizer Bevölkerung auf zehn Millionen Einwohner. «Das wird eintreffen, daran glaube ich», sagte Willi. Dass der Bucheggberg von diesem Wachstum stark betroffen wäre, bezweifelte der Vorstand. «Wir müssen die heutigen Probleme lösen», hiess es. Immerhin zeigte Bernhard Jöhr auf, dass eine Aufstockung des Schulhauses Lüterkofen baulich machbar wäre. Allerdings wäre dann eine Neuaufteilung der Schulkinder nötig. Die Kinder zur Manövriermasse machen, habe die Gemeindepräsidentenkonferenz bereits abgelehnt, ergänzte Meyer.

Jürg Willi erkundigte sich weiter, ob der Schulstandort Schnottwil in Stein gemeisselt sei. Für die nächsten Jahre sei dies der Fall, antwortete Meyer und verwies auf eine bei ihr kürzlich eingegangene E-Mail der kantonalen Schulaufsicht. Per Ordnungsantrag verlangte Silvia Stöckli schliesslich die Rückstellung des Anbaus West und die gleich vertiefte Aufarbeitung der Variante Anbau Ost. Stöckli scheiterte jedoch mit 5 zu 16 Stimmen klar.

Kantonssubventionen abholen
Nun muss der Schulanbau West noch die Gemeindeversammlungen überstehen. Notwendig ist eine Ja- Mehrheit der 16 A3-Gemeinden, die auch die Mehrheit der 22 Delegierten stellen. Stimmen die einzelnen Gemeinden gleich wie die Delegiertenversammlung, so nimmt das Projekt diese Hürde. So rasch als möglich hat die Gemeindepräsidentenkonferenz noch den Finanzierungsmodus abzuklären. Ziel sei, beim Kanton möglichst hohe Subventionen abzuholen. Vorsorglich hiessen die Delegierten mit 14 zu 0 Stimmen bei 7 Enthaltungen auch einen Eventualantrag gut. Damit will der Schulverband bei einem Scheitern des Anbau-Projektes sicherstellen, dass die zwei Pavillons für 237 000 Franken versetzt werden können. Dazu kämen noch die jährlichen Mietkosten von 89 000 Franken. Die Pavillons stehen dem von Messen beschlossenen Turnhallenneubau im Weg.
Nach kritischen Fragen genehmigte die Versammlung schliesslich noch ein Kostendach von 30 000 Franken für die Eröffnung eines vierten A-Kindergartens in Messen. Dieser soll im Pfarrhaus eingerichtet werden.