Vebo Oensingen
Schnäppchenjagd und gelebte Integration in Einem

Die Faszination Flohmarkt lockte am Samstag einmal mehr zahlreiche Besucher ins Areal der Behinderten-Eingliederungsstätte Vebo. Heuer feierte der Vebo-Flohmarkt bereits seine zehnte Ausgabe.

Sven Altermatt
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Insgesamt 53 Stände lockten viele Interessierte an den bereits zum zehnten Mal durchgeführten Vebo-Flohmarkt in Oensingen. fotos: Marc Imfeld

Insgesamt 53 Stände lockten viele Interessierte an den bereits zum zehnten Mal durchgeführten Vebo-Flohmarkt in Oensingen. fotos: Marc Imfeld

An 53 Ständen wurde ein buntes Sammelsurium mit Kleidern, Möbeln, Kleinkram oder Dauerbrennern wie Geschirr geboten. Mitmachen konnte jeder, verkauft wurde meistens, was zu Hause nicht mehr gebraucht wird, aber zu schade ist, um weggeworfen zu werden. Beim Bummeln zwischen Nützlichem und weniger Nützlichem, zwischen Schönem und weniger Schönem fand manch einer sein Traumstück.

Denise Bieli verkaufte, was sich über Generationen in ihrer Familie angesammelt hatte. Darunter Küchenutensilien und alte Jagdsachen. Aber auch drei Bilder mit biblischen Darstellungen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gemalt worden seien. «Deren Wert habe ich sogar schätzen lassen. Doch abgesehen von den schönen Rahmen sind sie nicht besonders wertvoll.» Ohnehin sei sie ohne Erwartungen nach Oensingen gekommen: «Was weg kommt, kommt weg.» Einige Schritte weiter hatte Veronika Flury ihren Stand aufgebaut. Sie finde es toll, wenn sie mit dem alten Spielzeug ihrer Kinder anderen eine Freude machen könne. «Dazu habe ich hier einen direkten Kontakt mit den Käufern, den habe ich beim Internethandel nicht», verdeutlichte sie den Stellenwert eines Flohmarkts.

Zum Jubiläum präsentierte die Vebo ein reichhaltiges Rahmenprogramm. Der Gaukler Stefan Maibach alias Quirrlo begeisterte mit seinen Spässen. Auf musikalischer Seite unterhielten Franz Berger an der Drehorgel und Cindy Oppliger mit ihrem Akkordeon. Die Profimusikerin Oppliger verlieh dem Markt mit ihren Volksmusikklängen eine gemächliche Atmosphäre. Wer sich in der Festwirtschaft verköstigte, tat nicht nur sich etwas Gutes: Der Erlös fliesst in die Ferienangebotskasse für Vebo-Bewohner.

Gelebte Integration

Doch der Vebo-Flohmarkt ist weit mehr als ein Ort des ungezwungenen Einkaufens und der Schnäppchenjagd. Er ist gelebte Integration mit einem klaren Ziel: «Menschen mit und ohne Behinderung sollen einander nähergebracht werden», so Andrea Brun. Die Flohmarkt-Organisatorin leitet bei der Vebo den Bereich Atelier Tagesstätte.

Mit wachem Interesse mischten sich Bewohner des Vebo-Wohnheims unter die Marktbesucher. Einige waren gleich selbst mit einem Stand vertreten. Dazu gehörte auch Mark Kramer, der – wie er verriet – in seiner Freizeit gerne am Computer arbeite. Da liegt es auf der Hand, dass er alte Computerspiele feilbot. Freudig verkündete der Wohnheimbewohner: «Natürlich habe ich mich beim Flohmarkt per E-Mail angemeldet.»