Kyburg-Buchegg
Schlittenhunde wollen auch im Sommer beschäftigt werden

Schlittenhunde brauchen «berufsbedingt» Winter, Kälte und Schnee. Doch was machen die Tiere im Sommer? Im Ferienpass in Kyburg-Buchegg gingen die Kinder mit den Arbeitstieren auf Tuchfühlung.

Beatrice Kaufmann
Merken
Drucken
Teilen
Im kühlen Zwinger mit Schlittenhund Cert
15 Bilder
Pia Rutishauser erklärt, wie man das Geschirr richtig anzieht
Nandu lässt sich das Geschirr anziehen
Hunde werden probehalber eingespannt
Mit dem Klettergurt geht's auf in den Wald
Spaziergang im Wald
Wo ist das Leckerli?
Ferienpass in Kyburg-Buchegg: Was machen eigentlich Schlittenhunde im Sommer?
Blondie kapitulierte schon früh vor der Hitze
Romeo funktioniert den Zuber zum Erfrischungsbad um
Carson und sein Ball
Carson und Luan
Candia und Tim mit den beiden Huskies
Beim Parcours
Gruppenfoto mit Blondie

Im kühlen Zwinger mit Schlittenhund Cert

Beatrice Kaufmann

Pia Rutishauser und ihre neun Schlittenhunde zeigten den Kindern am Donnerstag, 1. August, im Ferienpass, wie Zwei- und Vierbeiner in der Nebensaison trainieren. Denn auch bei 30 Grad wollen die bewegungsfreudigen Hunde beschäftigt werden, sei es körperlich oder geistig. Den Anfang machte daher ein Parcours, den die sechs Kinder für die Hunde aufbauten.

Da war Slalom angesagt, auf einem Trampolin Sitz und Platz machen und für die Konzentration ein Hütchenspiel, in dem die Hunde ihre Leckerlis unter Bechern finden mussten. Zutraulich wie Rutishauser Hunde sind, durfte jedes Kind mit einem Hund selbst trainieren. Die Verwirrung am Anfang war gross, wie heisst denn nun mein Hund? Und welcher ist es schon wieder? Nur Luans Hund hob sich von Anfang an ab. «Carson trägt immer einen Ball mit sich herum», so Rutishauser.

Angst vor Hunden entgegnet

«Ein mega cooles Hobby», waren sich die Kinder einig. Ihre Freude an den Hunden wuchs sichtlich im Verlauf der folgenden drei Stunden. Sogar bei Lilli, die eigentlich etwas Respekt vor Hunden hat. Mit Makalu, einer ruhigen schwarzen Hündin, verstand sie sich aber auf Anhieb. Und Pia Rutishauser erklärte ihr zudem, wie sie sich verhalten könnte, wenn ein Hund sie anspringen sollte. Dazu kam es aber zum Glück gar nicht.

Weiter ging‘s mit Eispannen. «Damit die Hunde im Winter noch wissen, wo sie stehen.» Denn jeder Schlittenhund hat seinen Platz an der langen Leine, wie Rutishauser erklärte. Lange mussten die Vierbeiner an der Leine aber nicht ausharren, denn die Temperaturen machten ihnen sichtlich zu schaffen. Blondie hatte sich bereits vor dem Einspannen dazu entschlossen, ihren Platz im Schatten auch auf drängendes Bitten hin nicht mehr zu verlassen. Und ein Zuber mit Wasser, der Teil des Parcours gewesen war, wurde von den Hunden kurzerhand zum Trinknapf und Erfrischungsbad umfunktioniert.

Auch die Zweibeiner begannen unter der Hitze zu leiden und so ging es, nach einem stärkenden z'Nüni natürlich, auf in den kühlen Wald. Den steilen Waldweg konnten die Kinder gemütlich bewältigen, schliesslich waren die Schlittenhunde mit ihnen durch Klettergurte verbunden. So kamen die Hunde zu dem, was sie am liebsten machen - Lasten ziehen - und die Zweibeiner zu einem kurzen Spazier-gang im schattigen Wald.

Wieso nicht nur Huskies?

Viele Fragen stellten sich den Kindern während des dreistündigen Besuchs bei den Schlittenhunden. Wieso sind da etwa nur zwei Huskies? Tatsächlich besteht der Grossteil von Rutishausers Rudel aus europäischen Schlittenhunden, einer Mischung aus Huskies und verschiedenen Jagdhunden. «Huskies sind sehr eigenwillig und teilen ihre Kräfte nach eigenem Ermessen ein. Jagdhunde hingegen rennen teilweise bis zum Umfallen.»

Mit Mischungen aus diesen Eigenschaften lasse sich daher optimal arbeiten. Und wie vertragen die Hunde den Lärm am ersten August? «Manche verkriechen sich wenn es knallt. Ich versuche dann, die Hund ein ihrer Angst nicht zu bestätigen, sondern mich so zu verhalten, wie an jedem anderen Tag auch.»

Hunde mögen's kuschlig

Die Fragestunde endete, nach der Fütterung der Hunde, im geräumigen Zwinger, wo Schatten den steigenden Temperaturen etwas entgegenwirkte. Bis zur letzten Minute konnten sich die Kinder fast nicht von den Hunden trennen - und umgekehrt. «Die Hunde geniessen es, wenn jemand mit ihnen kuschelt», so Rutishauser.

Das dürfte in Zukunft vielleicht öfters der Fall sein, die Ferienpässler äusserten zumindest den Wunsch, die Hunde in ihrer Freizeit besuchen zu dürfen. Und Luan will «seinem» Carson bei Gelegenheit einen neuen Ball vorbeibringen.