Luterbach
Schaffner AG in Luterbach und Asien mit Gewinneinbruch

Der Elektronikkomponenten-Hersteller Schaffner leidet nicht nur unter der Eurokrise und schwacher Nachfrage in traditionellen Absatzmärkten. Auch das junge Geschäft mit Solaranlagen und mit Bahntechnik für China ist eingebrochen.

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Die Schaffner AG in Luterbach. (Archiv)

Die Schaffner AG in Luterbach. (Archiv)

Hansjörg Sahli

Zudem mussten die Löhne an den Produktionsstandorten in China und - wegen einer staatlichen Anordnung - in Thailand erhöht werden, wie das Unternehmen mit Sitz in Luterbach am Donnerstag mitteilte. Hinzu kam Preisdruck wegen harter Konkurrenz in Asien. Dem begegnete Schaffner mit Material- und Produktionskostensenkungen.

Dennoch fiel der Gewinn im Geschäftsjahr 2011/12 (per Ende September) um 61 Prozent auf 3,9 Mio. Franken. Der Umsatz schrumpfte um 3,1 Prozent auf 176,9 Mio. Franken. Ohne die übernommene US-amerikanische Transformatoren-Herstellerin MTC, die 16,8 Mio Franken zum Umsatz beisteuerte, wäre der Rückgang noch deutlicher ausgefallen.

Schaffner-Chef Alexander Hagemann betonte vor Analysten und Journalisten, im zweiten Halbjahr habe sich das Geschäft erholt, wenn auch weniger als erwartet. Nach einem sehr schwachen ersten Halbjahr habe die operative Marge (Ebit-Marge) im zweiten Semester auf 6,1 Prozent gesteigert werden können.

Mit dem Ergebnis könne er nicht zufrieden sein, sagte Hagemann. Wachsende Absatzmöglichkeiten für die elektromagnetischen Filter, Drosseln, Transformatoren und die Antriebselektronik von Schaffner sieht er insbesondere in der Heiz- und Lüftungstechnik, bei erneuerbaren Energien, in der Bahntechnik (etwa für Russland) und bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen.

Wachstum auch mit Übernahmen

Schaffner werde weitere Übernahmen tätigen, kündigte Hagemann an. Er rechnet mit einer weiteren Verlagerung des Geschäfts nach Asien. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte die vor 50 Jahren gegründete Schaffner erstmals weniger als die Hälfte des Umsatzes (47 Prozent) in Europa.

Für das angebrochene Geschäftsjahr stellte Hagemann eine Zunahme von Umsatz und Ebit-Marge in Aussicht. Mittelfristig will Schaffner aus eigener Kraft um 8 Prozent pro Jahr wachsen. 2014/15 soll der Umsatz 250 bis 280 Mio. Fr. erreichen, die Ebit-Marge 9 bis 12 Prozent.

Für Kritik von Aktionären an der Ergebnispräsentation sorgte, dass die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr von 4,50 Fr. im Vorjahr auf 2,00 Fr. gekürzt wird und sich die Gewinnausschüttung auch in den nächsten Jahren auf 25 bis 35 Prozent beschränken soll.