«Das alles haben wir gerodet», sagt Heinz Iseli und zeigt auf eine bemerkenswerte Holzbeige unterhalb des Turmes. Der Messener Architekt ist als Stiftungsrat Bauverantwortlicher des Schlosses Buchegg. Ende Dezember mussten die grossen Bäume gefällt werden, ihr Wurzelwerk beeinträchtigte nämlich die Stabilität der Ruine aus dem 12. Jahrhundert.

Ohne Hochdruckreiniger

Grundsätzlich sollten diese Mauerzüge und die Grasflächen so wenig wie möglich beschattet werden, weil dadurch die Mauern länger feucht bleiben, vermoosen und im Winter sogar Frostschäden entstehen können. Das Areal erscheint durch die Rodung hell und grösser. Besser zum Vorschein kommen aber auch die defekten Überreste der Ruine. Der Archäologe Jakob Obrecht aus Füllinsdorf verfasste ein Konzept für die bauliche Instandstellung.

Personen von der Perspektive Solothurn putzen seit Anfang April die stark vermoosten Ruinen. Von Hand, denn ein Hochdruckreiniger kann nicht eingesetzt werden. Mauerausbrüche müssen gereinigt, teilweise abgebaut, nummeriert und wieder aufgebaut werden. «Der Mörtel – ‹Bündner Burgenmörtel› – wurde für die Restaurierung von Burgen und Ruinen im Bündnerland speziell entwickelt und gemischt», sagt Jakob Obrecht.

«Bereits ab Mitte April flicken die Lehrlinge des Baumeisterverbandes die Mauern und im Sommer hilft der Zivilschutz», informiert Heinz Iseli. Er betont, dass nach wie vor freiwillige Helfer sehr gefragt sind. Nach Abschluss der Mauerarbeiten erfolgt das Auffrischen der Grasflächen. Zur Entfeuchtung der Kellermauern im Turm wird das Dachwasser, welches momentan durch Ablaufrohre nach unten fliesst, zusätzlich noch weggeleitet.

Gesamthaft eine halbe Million

Im Sandsteinkeller Ost (ehemals Ofenhaus) plant die Stiftung eine Toilettenanlage im vorderen und einen Apéroraum im hinteren Bereich. Dies nicht zuletzt, weil der Bierkeller und der Turm öfters vermietet werden. «Eine bessere Auslastung dieser Räume führt zu regelmässigeren Mehreinnahmen», sagt Heinz Iseli.

Die Toilettenanlage zieht einen Neubau der Werkleitungen für Wasser und Abwasser nach sich. Mit diesen Leitungen kann gleichzeitig die Entwässerung des Vorplatzes und des Käsekellers gelöst und die Trinkwasserinstallation realisiert werden. Bereits ausgebessert und gesichert wurde der sich lösende Sandstein in den Kellern.

Die Arbeiten sollten bis Ende 2014 fertig sein

In einem denkbar schlechten Zustand befindet sich der Hälblingspeicher: morsches und von Insekten befallenes Holz, gebrochene Balken, undichte Unterschindelung des Daches. Er muss daher etwa zur Hälfte abgebaut, rekonstruiert und wieder aufgebaut werden.

Reichen die finanziellen Mittel für sämtliche Vorhaben – rund eine halbe Million Franken sind nötig – sollten die Arbeiten bis Ende 2014 abgeschlossen sein, im schlechtesten Fall erst 2016. Eine Geldzusage des Lotteriefonds für eine erste Bauetappe des unter dem Schutz der Eidgenossenschaft stehenden Schlosses jedenfalls liegt vor.