Derendingen
Rund hundert Kickboxer holen sich den letzten Schliff für die Meisterschaft

Kickboxerinnen und Kickboxer trainieren im Punkte-Training in Derendingen mit Ex-Weltmeister Marino Deflorin. Der jedes Jahr stattfindende Anlass ist bereits zu einer Tradtion in der Szene geworden.

Nadine Schmid (Text)und Hansjörg Sahli (Bilder)
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Rund hundert Kampfsportlerinnen und Kampfsportler trainierten gestern in Derendingen.

Rund hundert Kampfsportlerinnen und Kampfsportler trainierten gestern in Derendingen.

Es ist eine Tradition unter den Kickboxern: Beim alljährlichen Punkte-Training kommen sie aus der ganzen Schweiz zusammen, um sich für das erste Qualifikationsspiel der Schweizer Meisterschaften vorzubereiten. Bereits zum zweiten Mal fand dieser Anlass in Derendingen statt.

Am Samstagvormittag wurde der Schiedsrichterkurs durchgeführt, am Nachmittag ging es dann für die rund hundert Kampfsportler und Kampfsportlerinnen los: In der Doppelturnhalle in Derendingen wurden sie in zwei Gruppen eingeteilt. Eine trainierte in der ersten Hälfte mit Dominik Bernhard, dem Trainer des Box-Clubs Grenchen.

Die andere mit Coach Marino Deflorin aus Chur, dem Ex-Welt- und Europameister im Thai-Boxen. Danach wurde der Trainer gewechselt. Dabei trug man, wie im Kampf üblich, die Schutzausrüstung, denn im Kickboxen soll man nicht mehr als blaue Flecken davontragen. Jonny Bösiger, der seit 1997 den Anlass organisiert, assistierte und korrigierte Fehler bei den Teilnehmern.

Punkt-Training Kickboxen Derendingen
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Hansjörg Sahli

Besser als der Ruf

Kickboxen geniesst in der Gesellschaft einen gespaltenen Ruf: Nur wenige mögen die Sportart, andere akzeptieren sie und bei vielen steht sie in Verruf. Dies liegt womöglich an der fehlenden Tradition der Sportart: Sie entwickelte sich erst in Amerika im 20. Jahrhundert aus asiatischen Formen des Kampfsports. Man kämpft mit Händen und Füssen.

Organisator Jonny Bösiger kann diese Zweifel in der Bevölkerung nicht nachvollziehen: «Ein Kampfsportler hat Respekt vor dem Gegenüber und seinen Körper unter Kontrolle. Er würde in der Regel nie ausserhalb des Trainings oder der Meisterschaft seine Kampfkünste anwenden.»

Er betont: «Wer das tut, gehört nicht dazu und wird sofort ausgeschlossen. Ausnahmen gibt es überall, und nur deswegen gerade die ganze Institution anzugreifen, ist falsch.»

Bösiger selbst hat eine richtige Karriere hinter sich: Mit 14 Jahren begann er, sich als Kämpfer im Kampfsport zu engagieren. Zuerst machte er Yoseikan, dann Aikido und anschliessend Samurai- Karate. Die Liste ist damit jedoch nicht beendet und liesse sich noch weiterführen. Bösiger erlangte mehrere schwarze Gürtel und wurde mehrfach in verschiedenen Disziplinen Schweizer Meister.

Ebenso platzierte er sich häufig unter den besten vier. 1997 wurde er Zweiter bei der Budo-Weltmeisterschaft. Es war auch in diesem Jahr, mit 43 Jahren, als er beschloss, als aktiver Kämpfer zurückzutreten. Stattdessen schloss er das Trainer-Diplom ab, unter anderem im Kickboxen. Seither ist er Trainer des Kick-Boxing Teams Bolken bei Aeschi.

Dieses hat rund 40 Mitglieder, der Frauen- und Männeranteil ist ausgeglichen. Ebenso trainiert Bösiger Angestellte und Schüler in Projektwochen in der Selbstverteidigung. Ihn fasziniert beim Kickboxen die Vielfältigkeit: «Kickboxen ist ein Zweikampf. Man braucht den ganzen Körper und bleibt somit beweglich, man muss mental stark sein, Kraft, Ausdauer und eine gute Technik haben.» Beim Training ist für ihn die Gesundheit entscheidend: «Ich trainiere das Team nicht auf Leistung: Es ist nicht mein Ziel, dass man später Gelenkschäden vom Training hat.»

Die Teilnehmenden des Punkte-Trainings erhielten eine Erinnerungsmedaille und für die Jahreswertung im Kickboxen mit Lowkick zehn Punkte. Nun können die Kickboxer und Kickboxerinnen gut vorbereitet die erste Qualifikationsrunde am nächsten Samstag in Oberuzwil SG antreten.