Egerkingen/Niederbuchsiten
Rüdiger Niederer hat sehr grosse Erwartungen zu erfüllen

Rüdiger Niederer hatte gestern den ersten Arbeitstag als neuer Geschäftsleiter der Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu. Ein Augenmerk will er dabei auf die Qualität richten.

Alois Winiger
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Rüdiger Niederer spricht in der Sunnepark Egerkingen zu den Bewohnerinnen und Bewohnern und zum Personal.

Rüdiger Niederer spricht in der Sunnepark Egerkingen zu den Bewohnerinnen und Bewohnern und zum Personal.

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Allen Grund, Zuversicht zu verbreiten hatte Alfons von Arx, Verwaltungsratspräsident der Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu (GAG), gestern in den Altersheimen Sunnepark Egerkingen und Stapfenmatt Niederbuchsiten.

Denn vor einem halben Jahr sei die betriebliche Situation zünftig «verfuerwärchet» gewesen, sagte er vor den Heimbewohnerinnen und -bewohnern sowie dem Personal. Zum Glück habe der Leiter ad interim, Urs Wüthrich, die grössten Wellen der Unsicherheit glätten und Vertrauen herstellen können. «Das Personal spürt wieder Boden unter den Füssen, und bei den Ein- und Ausgaben hat sich der Kurs deutlich geändert», berichtete von Arx. Urs Wüthrich seinerseits betonte, der Verwaltungsrat habe die schwierige Lage gut analysiert und dann vorbildlich gehandelt.

58 wollten den Posten haben

Den neuen Geschäftsleiter, Rüdiger Niederer, hat der Verwaltungsrat aus 58 Bewerbungen ausgewählt. Vom Profil und von den Erfahrungen her wird er als gut gerüstet für den Posten beschrieben. Niederer ist Betriebsökonom HWV mit Abschluss im Finanz- und Rechnungswesen, ist vertraut mit Führungsaufgaben, führte in Aargau und im Ausland mehrere Alters- und Pflegeheime und war zuletzt Projektleiter bei einer Beratungsfirma auf dem Gebiet des Gesundheitswesens. Mittlerweile ist er bereits vom Aargau nach Härkingen gezogen.

Erwartungen auf beiden Seiten

Er habe zu spüren bekommen, wie gross die Erwartungen an ihn sind, wie Rüdiger Niederer im Anschluss an seine offizielle Begrüssungsansprache erläutert. In den ersten Gesprächen mit dem Personal habe er sich erkundigt, welches der grösste Wunsch an ihn sei. Einige Personen haben es so auf den Punkt gebracht: «Wir erwarten von Ihnen, dass Sie bleiben.»

Veränderungen nicht in Sicht

Doch Rüdiger Niederer hat auch Erwartungen an das Personal. «Noch wachsen muss das Verständnis, dass man auch im Bereich der Alterseinrichtungen unternehmerischer denken darf.» Wie Niederer festhält, müssen Einnahmen und Ausgaben im Einklang stehen. «Wer das missachtet, handelt letztlich unsozial und verantwortungslos, denn der Schiffbruch ist absehbar, und davon wären dann alle betroffen.» Grundsätzlich seien die Heime in Egerkingen und Niederbuchsiten auf gutem Weg.

«Die Häuser sind mit total 100 Personen voll belegt, wir haben eine Warteliste», sagt Niederer. Das Personal sei auf dem Sollbestand von 93,5 Vollzeitstellen, verteilt auf derzeit 130 Mitarbeitende. «Wenn wir von der Stapfenmatt in Niederbuchsiten in den Roggenpark in Oensingen umziehen können, ist eine ideale Grösse erreicht.» Veränderungen im Angebot seien derzeit nicht in Sicht. «Man darf ohnehin nicht sofort zu viel erwarten. Die Strukturen sind, wie erwähnt, grundsätzlich gebildet und zukunftstauglich. Jetzt kommt die Feinarbeit.» Und was die Infrastruktur und das Gebäude angeht, so sei man ja wirklich gut bedient.

Attraktiver Arbeitgeber

Ein Augenmerk werde er auf die Qualität richten, führt Niederer aus. Wobei er nicht ein Angebotsausbau meine. «Man kann die Leute auch überhäufen mit Angeboten.» Vielmehr denke er daran, Abläufe so zu optimieren, dass bei der Pflege mehr Zeit zur Betreuung bleibt. «Wir wollen erreichen, dass wir in doppelter Hinsicht einen guten Ruf haben: Als Heim, in dem sich die betagten Leute wohl fühlen, aber auch als Ort, bei dem man gerne zur Arbeit geht.»

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