Kriegstetten
Rossinis «kleine Messe» grossartig aufgeführt

Der Singkreis Wasseramt führte Rossinis «Petite Messe Solennelle» auf und gefiel mit warm-glänzenden Sopran- und Altstimmen sowie einsatzfreudigem Tenor- und Bassregister.

Silvia Rietz
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Der Singkreis Wasseramt begeisterte das Publikum.

Der Singkreis Wasseramt begeisterte das Publikum.

Hansjoerg Sahli

Mächtig schallte das «Amen» durch die St.-Mauritius-Kirche, innig sind die Chorstellen beim «Sanctus» – Markus Oberholzer und dem Singkreis Wasseramt ist mit der «Petite Messe Solennelle» eine tolle Aufführung gelungen. Gemeinsam haben sie sich einer von Rossinis Sakralkompositionen angenommen, mit Klavier und Harmonium anstelle eines Orchesters aufgeführt.

Der bereits zu Lebzeiten als Opernschöpfer gefeierte Gioacchino Rossini zog sich überraschend früh als öffentlicher Komponist zurück und widmete sich vor allem dem Kochen und Geniessen. Abgesehen von einigen Kirchenmusiken wie dem «Stabat mater» und der «Petite Messe Solennelle» entstanden nur noch kammermusikalische Werke, die er hauptsächlich für den eigenen Hausgebrauch schrieb. Rossini verfügte, dass die «Petite Messe Solennelle» erst nach seinem Tode in der ebenfalls von ihm geschaffenen Orchesterversion aufgeführt werden durfte.

Dirigent und Bass

Markus Oberholzer erarbeitete für das Konzert die von Rossini bevorzugte Version mit Klavier. Mit Susanne Tadge Schelhorn am Flügel und Evelyne Grandy am Harmonium, standen ihm zwei hervorragende Pianistinnen zur Seite, die mit viel Ausdruck und einem ausgeprägten Sinn für Farben und Dramatik musizierten.

In Rossinis Messevertonung sind die Sätze drei bis sieben («Laudamus te bis Quoniam tu solus sanctus») bis auf wenige Choreinschübe den Solisten vorbehalten und fordern virtuose, opernhafte Stimmen. Markus Oberholzer leitete nicht nur als Dirigent die Aufführung, sondern schlüpfte dazwischen in den Solistenpart und sang die Bass-Partie gleich selbst. Das Solistenquartett vervollständigten Rebekka Maeder, Tenor Simon Witzig und Mezzosopranistin Alexandra Busch, welche für die erkrankte Astrid Pfarrer eingesprungen war – vier vom Typus her schlanke Stimmen, die so dem kammermusikalischen Charakter der Messevertonung gut entsprachen.

Rebekka Maeder gestaltete den Sopranpart wunderbar, stach aus dem Solistenquartett mit der packendsten Interpretation hervor. Sie verfügt nicht nur über ein schönes Timbre, sondern auch über eine makellose Technik und eleganten Stil. Besonders ausdrucksstark und bewegend sang die vom Theater Biel Solothurn bekannte Sängerin die Crucifixus-Arie, die damit neben den Chorpartien zu einem Höhepunkt des Konzertes wurde. Simon Witzig gefiel in der berühmten Tenor-Arie «Domine Deus», und fügte sich harmonisch in den Gesamtklang ein. Alexandra Busch besitzt einen schönen Mezzosopran, gestaltete ihre Partie mit viel Gespür. Doch selbst in der Fassung ohne Orchester wurde ihre Stimme zwischendurch zugedeckt und war in einigen Stellen nicht über die vorderen Bankreihen hinaus zu hören.

Mit warm-glänzenden Sopran- und Altstimmen, sowie einsatzfreudigem Tenor- und Bassregister trumpfte hingegen der gut disponierte Singkreis Wasseramt auf, der mit der Rossini-Messe eine weitere Perle in die Reihe seiner Konzerte einfügte und vom Publikum mit Standing Ovations gefeiert wurde.