Luterbach

Riedholz zahlt Sanierung der Wylihofbrücke, Luterbach den «Luxus»

Beim südlichen Brückenkopf der Wylihofbrücke (Mitte) plant der Kanton eine Radwegunterführung.

Beim südlichen Brückenkopf der Wylihofbrücke (Mitte) plant der Kanton eine Radwegunterführung.

Die bisher kommunizierten Anteile der Gemeinden an die Sanierungskosten der Wylihofbrücke haben sich geändert. Riedholz hatte sich gegen seinen hohen Anteil der Kosten gewehrt.

Luterbachs Gemeinderat hatte an der letzten Sitzung schwer zu kauen. Laut mündlicher Besprechung des Kantons mit der Bauverwaltung soll die Gemeinde nun mehr zahlen für die Sanierung der Wylihofbrücke als ursprünglich kommuniziert wurde.

Die Wylihofbrücke liegt flächenmässig zu 1 Prozent auf dem Gemeindegebiet von Luterbach, zu 81 Prozent auf Gemeindegebiet von Riedholz sowie zu 18 Prozent auf Gemeindegebiet von Deitingen. Luterbach muss demnach 1 Prozent der Gesamtkosten mitfinanzieren. Diese Zahlen wurden zuerst vom Kanton kommuniziert.

Die Sanierung kostet 6,78 Mio. Franken. Damit hätte Luterbach gemäss kantonalem Verteilschlüssel (siehe Kasten) nur zirka 9100 Franken an die Sanierung der Brücke leisten müssen.

Von 9000 auf 70 000 Franken

Nun hat sich aber Riedholz gegen seinen hohen Anteil an den Kosten gewehrt. «Wir haben das Projekt nochmals geprüft und müssen Riedholz recht geben», berichtet Simon Amsler, Leiter Neubau-/Erhaltungsprojekte Kunstbauten beim Kanton. Mit der Sanierung der Brücke werden beim südlichen Brückenkopf (Gemeindegebiet Deitingen und Luterbach) eine Velounterführung und Anschlussbauten ausgeführt.

Dies seien Vorinvestitionen für die Nationale Velofahrroute, die später gänzlich auf die Aaresüdseite verlegt wird. Die Vorinvestitionen werden im Zusammenhang mit dem Agglomerationsprogramm ausgeführt und haben nichts mit der Sanierung der Brücke zu tun. Deshalb hat der Kanton die Anteile neu berechnet. Für Riedholz vermindert sich der Beitragssatz auf 69 Prozent.

Deitingen muss sich neu mit 22 Prozent und Luterbach neu mit 8 Prozent an den Kosten beteiligen. 1 Prozent wird zudem Flumenthal verrechnet. Betragsmässig kommt Luterbach nun auf einen Anteil von über 70 000 Franken.

Kein Schwarz-Peter-Spiel

Luterbachs Gemeinderat will diese Änderung nicht hinnehmen und beauftragte den Gemeindepräsidenten beim Baudepartement zu intervenieren. Sauer stösst auf, dass die Änderung nach der Planauflage erfolgt. «Wir haben grundsätzlich nichts dagegen, wenn man die Projekte einzeln betrachtet und wir haben auch nichts gegen die neue Berechnung», sagt Luterbachs Gemeindepräsident Michael Ochsenbein.

Aber hätte Luterbach gewusst, wie viel die Gemeinde effektiv an die Bauten leisten muss, «hätten wir möglicherweise bei der Planauflage interveniert und die Velounterführung als Luxuselement infrage gestellt».

Dabei will er nicht ein Schwarzes-Peter-Spiel unter den Gemeinden inszenieren. «Grundsätzlich stellt sich beispielsweise die Frage, warum wir für Kunstbauten der Nationalen Veloroute zahlen müssen. Luterbach erfährt dadurch keinen Mehrwert.»

1,6 Millionen für Zusatzbauten

Der Zahn der Zeit und das Streusalz haben gewirkt. Laut Zustandsbericht ist die Sanierung der Brücke unumgänglich. Von den Kosten von
6,78 Mio. Franken gehen 280 000 Franken für Planungskosten weg, 4,9 Mio. Franken kostet die Sanierung der Brücke und weitere 1,6 Mio. Franken verschlingen die geplanten Massnahmen für den Velo- und Fussgängerverkehr. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr ausgeführt werden.

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