Panther
Revierförster: «...und dann verschwand es im Unterholz»

Robert Käser, Revierförster Oberes Gäu, sah den Panther im Wald bei Kestenholz als Erster. Für fünf Sekunden bewegte sich das «ganz schwarze Tier» in seinem Blickfeld.

Beat Wyttenbach
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Revierförster Robert Käser.

Revierförster Robert Käser.

Beat Wyttenbach

Käser erinnert sich. «Es war am Mittwochmorgen vergangener Woche, so um 7.30 Uhr. Meine Frau und ich gingen mit zwei Jagdhunden im Wald spazieren. Als wir uns von Norden her der Stelli-Waldhütte näherten, sahen wir eine grosse schwarze Katze in der Nähe der Waldwegkreuzung östlich der Hütte. Die Hunde begannen sofort zu bellen, und das Tier rannte im Zickzack-Kurs hinüber zur Hütte, dann schlug es einen Haken und verschwand im Unterholz westlich davon», schildert Käser die bemerkenswerte Begegnung. Diese habe nur fünf bis zehn Sekunden gedauert.

Der Revierförster beschreibt die Grosskatze als «ganz schwarz». Der Rumpf sei etwa einen Meter lang, und der Schwanz messe nochmals etwa 80 bis 90 Zentimeter. Die Schulterhöhe schätzt er auf rund 55 Zentimeter.

Entschieden, zu informieren

Danach sei das Tier nochmals ganz in der Nähe gesichtet worden, und der Revierförster habe reagiert. Am Freitagmorgen hätten sich er selbst, die Polizei, die Jagdverwaltung Kanton Solothurn und Abgesandte der Bundesstelle «Koordinierte Forschungsprojekte zur Erhaltung und zum Management der Raubtiere in der Schweiz» (Kora) im Oensinger Polizeiwerkhof getroffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Man sei sich zunächst unschlüssig gewesen, ob man informieren wolle oder nicht. «Einige fanden, man solle die Bevölkerung nicht in Angst und Schrecken versetzen», erzählt Käser.

Er habe aber darauf gedrängt, dass man informiere. Denn: «Hätte sich ein Zwischenfall mit diesem Tier ereignet, und man hätte herausgefunden, dass wir das Tier schon beobachtet haben, hätten wir uns ein ernsthaftes Problem eingehandelt». Also habe sich die Polizei entschlossen, eine «abgeschwächte» Pressemeldung zu veröffentlichen.

Des Weiteren habe man zusammen mit den Vertretern der Kora entschieden, im Schnittpunkt jener beiden Orte in der Stelli, wo die Grosskatze gesehen worden ist, die besagte Lebendfalle aufzustellen. «Wir haben speziell diesen Ort gewählt, weil er ruhig und nur schwach frequentiert, aber doch gut erreichbar ist», erläutert der Revierförster. Die Falle aus Holz, rund drei Meter lang, 1,2 Meter breit und 1,3 Meter hoch, befindet sich also nun etwa 250 Meter südwestlich besagter Stelli-Waldhütte in einem ansteigenden Waldstück. Bestückt wurde sie mit einem Köder aus Rindfleisch, der an einem Zugsystem befestigt ist.

Alarm via Funk

«Würde die Raubkatze an dem Köder ziehen, so würde die Klappe am Eingang sofort herunterfallen, und das Tier wäre gefangen und wird nicht verletzt», so Käser. Mittels des Zugsystems werde gleichzeitig ein Impuls in einem kleinen Gerät an der Seite der Falle ausgelöst, der wiederum via Funk einen Alarm bei der Kantonalen Jagdverwaltung auslöst. «Dann würde ich telefonisch benachrichtigt», führt der Revierförster aus.