Günsberg

Repla soll sich um Schutzwald-Massnahmen kümmern

Der Wald dient auch als Schutz vor Naturgefahren.Christof Ramser

Der Wald dient auch als Schutz vor Naturgefahren.Christof Ramser

Die Gemeindepräsidentenkonferenz Unterleberberg liess sich über Schutzwald-Massnahmen informieren. Diese sind wichtig, um auf teure Schutzbauten verzichten zu können.

Gerade in Gebieten mit starkem Gefälle wie am Jurasüdfuss kommt der Bewaldung als Schutzwald gegen Steinschlag, Bergrutsche und als Speicher grosser Niederschlagsmengen grosse Bedeutung zu. Kreisförster Ulrich Stebler und Thomas Studer vom Forstbetrieb Lebern orientierten über langfristige Pflegemassnahmen. «Die Erfahrung aus Selzach und insbesondere Bettlach, wo 2007 durch enorme Regenmengen grosse Schäden entstanden, zeigt, dass wir vor allem hier am Jura die oberhalb des Siedlungsraums entspringenden Bäche im Auge behalten müssen», zeigte Thomas Studer die dringende Pflege auf.

Holzschläge an den Bachborden und insgesamt eine Verjüngung auch unzugänglicher Waldgebiete seien wichtig «...damit der Wald seinen Schutzbeitrag leisten kann, um auf teure Schutzbauten zu verzichten.»

Initialzündung aus Gemeinden

Ulrich Stebler gab einen Überblick über die Grundlagen, die auf der Schutzwald-Modellrechnung des Bundes von 2009 fussen. Im Kanton Solothurn seien 2,1 Prozent des gesamten schweizerischen Schutzwaldes als 12 Prozent der kantonalen Waldfläche vorhanden. Der Kanton habe die Verpflichtung, minimale Massnahmen sicher zu stellen, um gefährliche Ereignisse zu verhindern, so der Kreisförster. Im Unterleberberg handelt es sich um eine Fläche von rund 45 Hektaren, die im Rahmen eines Projektes genau unter die Lupe genommen werden sollten.

Die Kosten aller nötigen Massnahmen werden zu 80 Prozent vom Kanton und zu 20 Prozent von den sogenannten «Nutzniessern» wie Einwohnergemeinden, Kantonsstrassen, Verkehrsunternehmen aber auch Einzelgebäuden getragen. Auszugehen sei von geschätzten Gesamtkosten von etwa 220 000 Franken zuzüglich Projektvorbereitung mit rund 5000 Franken.

«Die Gemeinden sollten zu diesem waldbaulichen Projekt die Initialzündung geben», befand Stebler. Im Rahmen von kantonalen Vereinbarungen plus Regierungsratsbeschluss auch mit Privatwaldeigentümern würde der Forstbetrieb Leberberg die Projektherrschaft übernehmen. Ausser Feldbrunnen und Flumenthal sind Riedholz/Niederwil, Kammersrohr, Balm und Günsberg betroffen.

Klassische Repla-Aufgabe

Als Vorsitzender der Unterleberberger Gemeindepräsidienkonferenz meinte Andreas Rüegger (Hubersdorf) nüchtern, dass niemand bisher gewusst habe, dass Gemeinden auch diese Dienstleistung brauchen. Die jetzige Konferenz könne dazu indes keinerlei Entschluss fassen, zumal der Kostenverteiler klar definiert werden müsse.

Um alle Vorabklärungen zu treffen, wäre die Repla espace Solothurn der richtige Ansprechpartner. Deren Vorstandsmitglied Markus Zubler, zugleich in Vertretung von Christoph Heiniger (Flumenthal) anwesend, sicherte eine Prüfung dieses Anliegens zu. Denn durch die Organisation des grossen ökologischen Vernetzungsprojektes wisse man in der Repla, wie ein solches Vorhaben anzugehen sei.

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