Messen
Regisseur: «So haben Sie Vogelhändler noch nie gesehen»

Bereits zum achten Mal wird in Messen das musikalische Theater mit «Gänsehaut-Feeling» aufgeführt. Mit dem Stück «Der Vogelhändler» ist eine neue Verknüpfung von Operette und Krimi entstanden.

Gundi Klemm
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Katharina Spielmann und Regisseur Jens Daryousch Ravari, hier vor der Messener Spielstätte, planen eine ungewöhnliche Aufführung von «Der Vogelhändler»

Katharina Spielmann und Regisseur Jens Daryousch Ravari, hier vor der Messener Spielstätte, planen eine ungewöhnliche Aufführung von «Der Vogelhändler»

Gundi Klemm

Was ist eine Krimorette? Eine neu geschaffene, unterhaltsame Verknüpfung von Operette und Kriminalstück. Acht Mal wird dieses musikalische Theater mit «Gänsehaut-Feeling» aufgeführt. Initiatorin dieser Aufführungen ist Sopranistin und Gesangsdozentin Katharina Spielmann (Messen), die letztmals 2004 mit ihren unvergessenen Bühnenauftritten in der Reihe «Kultur bim Buur» Musikliebhaber fesselte. Mit der Gründung des überregional zusammengesetzten Chors «Taktlos» im Jahr 2011 wuchs bei ihr und den rund 20 Mitgliedern die Lust, erneut eine grössere und in gewisser Weise ungewöhnliche Aufführung zu planen.

«Keinesfalls nur lustig aufziehen»

Die mit ihren weltbekannten Liedern und glanzvollen Titeln wie «Ich bin die Christel von der Post» oder «Schenkt man sich Rosen in Tirol» eingängige Operette «Der Vogelhändler» von Carl Zeller (1842-98) bildete die Grundlage des Vorhabens. Doch intensiv durchwoben wird die Bühnenhandlung in dieser neuen Variante von einer Kriminalstory, die der erfahrene Theatermann Andreas Berger (Messen) gemäss Initiatorin «mit viel Herz für unsere Wünsche « entwickelte und in umsetzbarer Dramaturgie schrieb. «Wir wollen unser Stück aber keinesfalls nur lustig aufziehen», fügt Jens Daryousch Ravari an, der als Regisseur an der Ausgestaltung der Darbietung kräftig mitbeteiligt ist.

Nicht die kleine Schwester der Oper

Es ist Katharina Spielmann, die selbst die «Christel» singt, gelungen, den ideenreichen Opernregisseur zu gewinnen. Seit der Spielzeit 2010/11 ist er als künstlerischer Spielleiter im Musiktheater des Stadttheaters Bern tätig. «Eine Operette ist keinesfalls die kleine und leichte Schwester der Oper», rückt er die hohen Anforderungen an diese Kunstform, die Singen, Spielen und Tanzen umfasst, ins rechte Licht. Vor allem an der Aufführungsqualität der Operetten-Melodien werde nicht gerüttelt, so der Regisseur. «Auch wenn Sie einen Vogelhändler erleben, den Sie so noch nicht gesehen haben», schmunzelt er.

Ruf nach Aufklärung

Das Ensemble besteht neben Spielmann aus dem Tenor Jan-Martin Mächler, der den Adam gibt, der Schauspielerin Giulietta Odermatt, die als Garderobiere Theresa mitwirkt und dem Pianisten Jean-Jacques Schmid. Gemeinsam mit den inzwischen für körperlich fordernde Einsätze trainierten Chorleuten ist also diese Krimorette mit vielen lebendigen Facetten entstanden, die ver- und bezaubert. Ob die «Post-Christel» nun mit der Kutsche, mit dem Fahrrad oder etwa auf dem Steckenpferd daher kommt, wird noch nicht verraten. Wie es zu einem richtigen Kriminalthema mit Gruseleffekt gehört, ist im zweiten Handlungsstrang anlässlich der «Vogelhändler»-Aufführung für Sponsoren ein Mord geschehen, der nach gründlicher Aufklärung ruft.