Äusseres Wasseramt

Regionalschule Äusseres Wasseramt soll Schulstandorte konzentrieren

Das Primarschulhaus in Aeschi, einer der vier Schulstandorte der Regionalschule Äusseres Wasseramt.

Das Primarschulhaus in Aeschi, einer der vier Schulstandorte der Regionalschule Äusseres Wasseramt.

Der Kanton fordert von der Regionalschule Äusseres Wasseramt eine Konzentration und Reduktion von vier auf bis zu zwei Schulstandorte. Grund dafür: Die Schülerzahlen sind rückläufig und stark schwankend.

Weiterhin vier Schulstandorte, aber mit Basisstufe oder eine Konzentration der Standorte? Diese Frage hat nun der Regierungsrat in einem Beschluss entschieden. Die Regionalschule Äusseres Wasseramt (RSAW) soll bis Ende Schuljahr 2015/16 eine Planung für eine Konzentration auf bis zu zwei Schulstandorte einreichen. Die Umsetzung soll spätestens bis Ende Schuljahr 2017/18 erfolgen.

Die RSAW ist die gemeinsame Regionalschule der Gemeinden Aeschi, Bolken, Drei Höfe, Etziken und Hüniken. Mit Ausnahme von Hüniken wird in allen Gemeinden eine Schule mit Kindergarten und Primarschule geführt. Die Regionalschule mit Gesamtschulleiter Albert Arnold wird von Aeschi aus zentral geführt.

Der Schulkreis musste laut Kanton in den letzten Jahren einen Rückgang der Schülerzahlen hinnehmen. Zudem sind die Zahlen stark schwankend, in den verschiedenen Schulstandorten innerhalb der Jahrgänge und jeweils von Jahrgang zu Jahrgang. Schon längere Zeit steht deshalb der Schulkreis im Clinch mit dem Kanton, der auf Einhaltung der Richtzahlen für die Klassenbestände pocht. Diese sei nur mit einer Konzentration auf drei oder zwei Schulstandort erreichbar, was andererseits zu Investitionen in neue Schulräume führen dürfte, wie im Schulkreis befürchtet wird. Diese Investitionen stünden aber in keinem Verhältnis zu den Einsparungen, so wiederum die Meinung der Schulkreisbehörden (wir berichteten).

Kein Zwang, aber Begleitung

Gesamtschulleiter Albert Arnold nimmt positiv zu Kenntnis, dass vom Kanton für die Umsetzung lange Fristen eingeräumt worden sind. Als Begründung für diese grosszügige Frist schreibt der Kanton im Regierungsratsbeschluss, «dass der politische Meinungsbildungsprozess und der weitere Planungsprozess noch drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen kann». «Die Gemeinden sollen nicht kurzfristig in etwas hineingezwungen werden, was sie sich nicht vorstellen können», ergänzt Yolanda Klaus, stellvertretende Vorsteherin des kantonalen Volksschulamtes. Der Prozess zu merken, doch es geht auch an weniger Standorten, brauche Jahre. Als Beispiel fragt Klaus: «Sind Kleinstschulen wirklich besser?» Bei diesem Konzentrationsprozess muss laut Regierungsbeschluss das Volksschulamt die Schulkreisbehörde begleiten.

Die langfristigen Einsparungen bei den Besoldungskosten, die das Volksschulamt nun nach neuen Berechnungen herausgefunden hat, relativiert aber Arnold. «Es sind nicht gigantische Einsparungen zu erwarten.» Er rechnet mit einer halben bis ganzen Lehrerstelle, die eingespart werden könnte. «Das ist bei einem Gesamtschulbudget von 4,7 Millionen Franken nicht gewaltig.» Auf der anderen Seite stehen bei einer Konzentration Investitionen von 2,5 bis 3,5 Mio. Franken in nötige Neubauten und Schülertransport sowie für einzelne Gemeinden alte, leer stehende Schulhäuser. Auch hier stellt aber Yolanda Klaus die Frage: «Braucht es wirklich derart grosse Investitionen.»

Kanton will keine Basisstufe

Albert Arnold macht sich schon seit längerer Zeit operativ für den Versuch einer Basisstufe als Lösung des Problems stark. Er ist auch heute noch der Meinung, dass die Gesamtschule mit vier Schulstandorten arbeiten könne. Er bedauert deswegen aus persönlicher Sicht, dass die Basisstufe, also der Unterricht in einer Klasse für die beiden Kindergartenjahrgänge und die ersten beiden Primarschuljahrgänge vom Kanton nicht ermöglicht wird. «Man sollte die Entscheidung für eine Basisstufe den kleinen Schulkreisen je nach Bedarf selber überlassen.» Dies funktioniere beispielsweise im Kanton Bern. «Die Qualität der Schule ist nicht besser aber auch nicht schlechter, wie Studien zeigen, aber die Sozialkompetenz der Schüler nimmt zu.»

Arnold begnügt sich nicht mit Worten. In der RSAW würden dieses Jahr einige altersdurchmischte Projekte durchgeführt und im Internet vorgestellt, verspricht er.

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