Deitingen
Rechnung fällt um 1,2 Millionen Franken besser aus als erwartet

Für das Projekt «Dorfzentrum» in Deitingen ist nach neuem Schatzungsbericht eine Wertberichtigung nötig. Das positive Ergebnis der Jahresrechnung füllt diese Lücke.

Gundi Klemm,
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Erwartet wurde ein Minus von 720 000 Franken, tatsächlich schloss die Rechnung mit einem Plus von rund einer halben Million Franken.

Erwartet wurde ein Minus von 720 000 Franken, tatsächlich schloss die Rechnung mit einem Plus von rund einer halben Million Franken.

Hanspeter Bärtschi

Aus einem erwartet dicken Minus von 720 000 Franken wurde ein positives Ergebnis von mehr als einer halben Million. Dies das positive Ergebnis der Jahresrechnung 2013 mit einem Aufwand von 11,7 Mio. Franken.

Bittere Ironie ist es, dass die unerwarteten Nachsteuern in der Höhe von rund 1 Mio. Franken von dem Unternehmen stammen, das in Deitingen seine Produktion aufgeben wird. «Wir haben ein gutes Ergebnis erzielt», freute sich der Rat mit Gemeindeverwalter Christoph Lütolf, zumal die Veränderungen von Budget zu Rechnung marginal sind.

Der Rat liess sich vor der einstimmigen Verabschiedung zuhanden der Gemeindeversammlung vom 22. Mai nochmals einzelne Positionen genau begründen. In Investitionen flossen 1,09 Mio. Franken aus kommunalen Eigenmitteln.

Das Eigenkapitalpolster besteht aus 827 222 Franken. Der Finanzierungsüberschuss beläuft sich auf eine Viertelmillion, die zur Schuldentilgung verwendet wurde. Gegenwärtig hat die Gemeinde noch 8 Mio. Franken an langfristigen Darlehen.

Der Gemeinderat hat

- sich von Esther Jegerlehner und Markus Grenacher über die Beschaffung eines Mehrzweckfahrzeugs für die Feuerwehr als fast neuwertige Occasion mit einem Kredit von 24 000 Franken informieren lassen;
- Pflichtenhefte genehmigt und gehört, dass die Stelle als Bauverwalter/-in bald besetzt werden soll;
- sich die Generelle Wasserversorgungsplanung durch Daniel Schreier erläutern lassen. Die
öffentliche Auflage startete nächste Woche;
- das von Caroline Beiner
entwickelte Informationskonzept diskutiert. (gku)

Als Präsident der RPK hatte Beat Meyer die, wie er lobte, «professionell erstellte Rechnung» unter die Lupe genommen. Sein Bericht enthielt mehrere Empfehlungen an den Gemeinderat. Unter anderem müsse die unklare Vertragsgestaltung mit dem Fussballklub geklärt werden. Vorgeschlagen als Kontrolle wurde ein Rapportsystem.

Der Ertragsüberschuss 2013 von rund 527 000 Franken fliesst mit einer halben Million in die Wertberichtigung für das Dorfzentrum. Denn gemäss einer aktuellen Beurteilung ist das in die AG eingelegte Eigenkapital von anfangs 7 Mio. Franken, das Bürgergemeinde und Einwohnergemeinde je hälftig einbrachten, auf 5,4 Mio. Franken «geschmolzen».

Gemäss kantonaler Auskunft kann dieser Wertverlust nicht über mehrere Jahre abgeschrieben werden. Die Wertkorrektur muss in einem Schritt vollzogen werden. Als Konsequenz bedeutet dies, dass nach bereits vollzogenen Abschreibungen im Jahr 2012 in Höhe von 200 000 Franken, der Ertragsüberschuss der Einwohnergemeinde um bereits budgetierte 100 000 Franken aufgestockt wird, um diese Berichtigung (insgesamt 800 000 Franken) vorzunehmen.

«Kommunikatives Missgeschick»

«Auf guten Beinen» steht nach Meinung von Rat und dem ehrenamtlich tätigen Co-Geschäftsführer Peter Biberstein die Wärmeverbund Deitingen GmbH. Die Finanzierung der Schnitzelheizung für Dorfzentrum, Schulhaus Zweien, Gemeindeverwaltung, Baschi, Kirche und Pfarrhaus beläuft sich auf 1,67 Mio. Franken (Budget 1,7 Mio.). Der Ansatz pro Kilowattstunde liegt gemäss Betriebskostenrechnung bei 18 Rappen.

Durch ein «kommunikatives Missgeschick» und die geplante Verkleinerung des Verwaltungsrates von 7 auf 5 Mitglieder war der bisherige Gemeindepräsident Hans Frei als anerkannter «Vater des Dorfzentrums» in den Nominationen für den Verwaltungsrat nicht mehr berücksichtigt worden.

Gleichzeitig mit dem Bürgerrat korrigierte der Gemeinderat dies. Es soll bei 7 Mitgliedern bleiben. Der Rat hofft darauf, dass Hans Frei das Mandat annimmt. Der Bürgerrat entsendet bei bisher einer Vakanz Urs Schläfli und Martin Flury.

Die Einwohnergemeinde vertreten Bernadette Hartmann und Bruno Eberhard. Zu hören war, dass Verwaltungsratspräsident Max Wittwer seine Aufgabe noch rund 2 Jahre wahrnehmen will.