Subingen

Raubtierpark: Wie würde eine Zwangsräumung mit Löwen aussehen?

Bis Dezember 2015 muss der Raubtierpark von René Strickler eine neue Bleibe gefunden haben, sonst... urs lindt

Bis Dezember 2015 muss der Raubtierpark von René Strickler eine neue Bleibe gefunden haben, sonst... urs lindt

Ist René Strickler mit seinem Tierpark bis Ende 2015 nicht aus dem Grundstück in Subingen ausgezogen, droht ihm die Zwangsräumung. Wie der Vollzug aussähe und was genau mit den Tieren geschehen würde, ist derzeit noch unklar.

Vergangenen Mittwoch konnte René Strickler vor dem Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt eine weitere Mieterstreckung erreichen. Neu bleibt ihm bis zum 31. Dezember 2015 Zeit, um eine neue Heimat für seinen Raubtierpark und seine inzwischen 70 Tiere zu finden. Sollte bis zu dieser Frist keine Lösung gefunden sein, droht dem Raubtierpark die Zwangsräumung.

Was würde in diesem Falle mit den Tieren geschehen, und wie genau würde die Vollstreckung überhaupt durchgeführt? «Der Behördenweg ist in diesem besonderen Fall der Gleiche wie bei einer ganz gewöhnlichen Zwangsräumung. Sollte der Raubtierpark bis Ende Dezember 2015 noch nicht ausgezogen sein, kann der Vermieter beim Amtsgericht ein Begehren stellen, diesen zu vollstrecken», so Kurt Röthlisberger, Mitarbeiter der Kanzlei des Amtsgerichts Bucheggberg-Wasseramt.

In einem nächsten Schritt entscheide der Amtsgerichtspräsident, ob alle notwendigen Kriterien erfüllt seien und ob der Mietvertrag rechtmässig erloschen sei. Sollte dies der Fall sein, so könne der Vermieter beim Oberamt die Vollstreckung beantragen. Auf dessen Geheiss hin würde die Zwangsräumung schliesslich vollstreckt.

«Bei diesem Fall handelt es sich um einen sehr speziellen und einzigartigen Fall. Wie genau die Vollstreckung gehandhabt würde, kann ich noch nicht sagen», erklärt Alain Hervouet stellvertretender Vorsteher des Oberamts Region Solothurn.

Momentan blieben bis zum Ablauf der Frist noch fast zwei Jahre. Somit bleibe die Hoffnung, dass Strickler einen geeigneten neuen Ort für den Tierpark finde. Damit wäre dann allen am besten gedient, meint Hervouet.

Was mit den Tieren im Fall der Zwangsräumung geschehen sollte, ist ebenfalls unklar. «Es sind René Stricklers Tiere. Im Fall einer Zwangsräumung müsste man mit ihm zusammen eine Lösung finden», meint Doris Bürgi, Kantonstierärztin des Kantons Solothurn. Wie genau diese Lösung aussehen könnte, kann auch sie nicht sagen. «Die genaue Vorgehensweise müsste geklärt werden, wenn es so weit ist», so Bürgi.

Dass die Raubtiere in einem naheliegenden Zoo Unterkunft finden, scheint der Kantonstierärztin aber unwahrscheinlich. In der Schweiz gebe es eher zu viele als zu wenig Raubtiere in den Zoos.

«Dass es zu einer Zwangsräumung kommen könnte, wäre das Worst-Case-Szenario», meint Ralph Kaiser, Rechtsanwalt und stellvertretender Leiter des Rechtsdiensts des Kantons Solothurn. Bis zum Ablauf der Frist dauere es noch fast zwei Jahre, und eine Alternative zu finden, sei auch im Interesse von Strickler, sagt er. Im Falle einer Zwangsräumung müsste nämlich der Mieter die dabei entstandenen Kosten übernehmen, welche aufgrund der speziellen Situation eine beträchtliche Höhe aufweisen dürften.

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