Kriegstetten
Ratssitzung abgesagt: Manfred Küng erklärt wieso

Die Kriegstetter Gemeinderatssitzung vom 9. September wurde abgesagt. Nun begründet Manfred Küng auf der Internetseite der Gemeinde die Absage. Dabei achtet er nicht gross auf Persönlichkeitsrechte.

Urs Byland
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Manfred Küng

Manfred Küng

Hanspeter Bärtschi

Eigentlich ist Kriegstetten seit 31. Juli führungslos. Auf diesen Termin verabschiedete sich Gemeinderat Manfred Küng als Gemeindepräsident ad interim. Aber so richtig loslassen kann der Kandidat fürs Gemeindepräsidium nicht. In bester Erinnerung ist der Eklat an der Gemeinderatssitzung vom 19. August, als er zwei Gemeinderäten die Abnahme des Amtsgelöbnisses verweigerte.

Auch am 9. September sollte eine Sitzung des neu gewählten Gemeinderates stattfinden. Manfred Küng habe, wie seine Gegenkandidatin ums Gemeindepräsidium Brigitte Palacios erklärt, eine Traktandenliste erstellt und als dritten Punkt geschrieben «Übrige unaufschiebbare Geschäfte gemäss separater Einladung». Als diese separate Einladung nicht eintraf, hat Gemeinderätin Palacios selber eine Traktandenliste verfasst. «Das muss ihm in den falschen Hals geraten sein.» Küng sagte am 7. September die Sitzung ab und begründet dies in 16 Punkten auf der Internetseite der Gemeinde.

In der Absage erklärt er seine diversen Handlungen, auch warum er das Amtsgelöbnis bei zwei Gemeinderäten nicht abnahm. In diesem Zusammenhang erwähnt er, dass die ehemalige Finanzverwalterin krankgeschrieben sei, aber nach New York zu reisen vermöge und auch in der Lage sei, mit einem Gemeinderat, der ebenfalls namentlich genannt wird, lautstark Feste zu feiern. Weiter schreibt er, dass diese beiden Personen verdächtigt werden, eine Amtsgeheimnisverletzung begangen zu haben.

Kantonsrat Küng erklärt auch, weshalb er seiner Gegenkandidatin und Gemeinderat Beat Bommer die Einsicht in bestimmte Dossiers verweigert. Er unterstellt ihnen eine allfällige Verquickung. Dabei unterlässt Küng es nicht, die Hauptperson eines Dossiers namentlich zu nennen, sowie zu erwähnen, dass für diese Person «vormundschaftliche Massnahmen anzuordnen waren». Besagte Person erklärt auf Nachfrage, dass sie Kenntnis von diesem «Internetpranger» habe, sich juristisch beraten liess, aber von einer Anzeige wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte absehe. «Kostet zu viel Energie.»

Küng sagte die Sitzung zudem ab, weil er eine «weitere Klamaukveranstaltung vor den Wahlen» befürchte.