Etziken

Raiffeisenbank Aeschi-Buchsi kommt den Forderungen der Finma nach

Am Ende wurde die Teilrevision der Statute von der grossen Mehrheit angenommen.

Am Ende wurde die Teilrevision der Statute von der grossen Mehrheit angenommen.

Die Raiffeisenbank Aeschi-Buchsi konnte an der Generalversammlung auf ein gutes Geschäftsjahr zurückblicken. Unstimmigkeiten gab es jedoch trotzdem. So gaben die Teilrevision der Statuten und die Auflagen der Finma Anlass zur Diskussion.

Eigentlich waren die 425 Anwesenden in der Mehrzweckhalle Etziken nach einem zwar erfreulichen, aber doch langen Vortrag der jugendlichen Schwizer-Örgeli-Gruppe Etziken, sowie einer ausführlichen Darstellung der erfolgreichen Geschäftstätigkeit der Regionalbank ermüdet und voller Vorfreude auf das nachfolgende Nachtessen. Doch zuvor galt es, die Teilrevision der Statuten durchzupauken.

Verwaltungsratspräsident Urs Hunziker erläuterte die Forderungen der Finma an alle Banken, ihre Reserven, sprich Eigenkapitalquote, zu erhöhen. «Bei Eigenmitteln von 22 Mio. und einem damit nicht gleich zu setzenden Eigenkapital von 9,2 Mio. Franken sind wir in der Bank Aeschi-Buchsi zwar vergleichsweise am besten eigenkapitalisiert, aber den Auflagen der Finma können wir uns auch nicht entziehen.»

Konkret bedeutet dies, dass laut neuem Art. 39 das Genossenschaftskapital zur Deckung von Risiken unbefristet zur Verfügung stehen muss. Damit ist vor allem die durch die Genossenschaft bedarfsweise verweigerte Rücknahme der Anteilscheine gemeint.

Als sich eine kritische Stimme aus dem Saal gegen diese Änderung zur Wehr setzte, entgegnete Hunziker, dass «...dies alles bereits an anderer Stelle beschlossen» sei.

Drohung kam nicht gut an

Würde die Statutenrevision jetzt nicht genehmigt, «müssen wir uns auflösen oder fusionieren», baute er ein wenig humorvoll klingendes Drohszenario auf. Betroffen von der Änderung ist ebenso die Verzinsung der Anteilscheine, die bei besserem Geschäftsgang im folgenden Jahr keine Nachforderung der Dividende erlaubt.

Neu wurde die Verzinsungshöhe von 6 auf 4 Prozent gesenkt. Sollte es zum unerwarteten Fall einer Liquidation kommen, fliesst, wie die Statuten ebenfalls vorsehen, ein Teil vom Ergebnis in den Solidaritätsfonds der Raiffeisengruppe.

Verzichtet wird auf die im Raiffeisenverbund bisher bestehende Nachschusspflicht jedes Anteileigners, der pro Anteilschein von 200 Franken theoretisch mit 8000 Franken hätte haften müssen.

Bisher ist laut Hunziker dieser Fall noch nie eingetreten. Nur redaktionell zu ändern waren Geschäftskreisanpassungen, weil bisher Burgäschi sowie Winistorf als Ortsteil der Gemeinde Drei Höfe nicht erwähnt waren.

Da sich niemand auf weitere Finessen in der Diskussion um die Statuten einlassen wollte, wurden sie mit grossem Mehr bei zwei Gegenstimmen angenommen.

Aufbau gut verlaufen

Seit letztem Jahr verfügt die Raiffeisenbank über einen Geschäftssitz in Herzogenbuchsee, der sich in der Konkurrenz der örtlichen Banken gut behaupte. Wegen dieser Eröffnung seien die Schlüsselzahlen trotz Niedrigzins besser, informierte Thomas Rindlisbacher als Vorsitzender der Bankleitung, der zugleich aber mahnte: «Wir müssen als kleine Institution wegen der notwendigen Eigenmittelquote weiterhin Wachstum anstreben.»

Noch sei in Buchsi mit vier neuen Stellen der Aufwand grösser als der Ertrag. In Aeschi sei die Bank wie seit ihrer Gründung vor über 100 Jahren gut unterwegs. «Mit baulichen Massnahmen wollen wir den dortigen Standort stärken.»

Urs Hunziker hatte seinen ausführlichen Bericht über das Geschäftsjahr eingebettet in Feststellungen zum Wirtschaftsumfeld und zur weiteren Strategie. «Das Geschehen in der ganzen Welt kann unseren Erfolg hier vor Ort beeinflussen», streifte er die noch nicht überstandene Bankenkrise, die herrschende Instabilität, den Steuerstreit mit den USA, der die Raiffeisengruppe nach eigener Einschätzung nicht betrifft, und das Kriegsgeschehen.

«Aber unsere Schweiz hat sich so gut gehalten, dass wir Banken davon profitieren konnten», bestätigte er. Das wesentliche Ziel von Aeschi-Buchsi bleibe eine starke genossenschaftliche Geschäftspolitik mit Nähe zum Kunden.

Mit mehrheitlichem Entscheid (nur 90 Personen votierten für die eigentlich nötige Einzelabstimmung) verkürzte die Versammlung das von Anwesenden als unübersichtlich empfundene Abstimmungsprozedere über Jahresrechnung, Verzinsung und Entlastung der Bankorgane auf einen Vorgang, womit der Geschäftsführung das Vertrauen ausgesprochen wurde. 55 Gegenstimmen sahen das allerdings nicht so.

Meistgesehen

Artboard 1