Neuendorf
Provisorische Bushaltestelle sorgt für rote Köpfe

Die Situation bei der Bushaltestelle «Kirche» ist gefährlich. Bis zu fünf Busse halten hier gleichzeitig. Jetzt wurde ein Provisorium geschaffen, doch das sorgt für Ärger. Anwohner und Landbesitzer fühlen sich vom Gemeinderat übergangen.

Erwin von Arb
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Die provisorische Haltestelle am Umgangweg. eva

Die provisorische Haltestelle am Umgangweg. eva

Gerade noch beschlussfähig mit fünf von sieben Mitgliedern tagte der Neuendörfer Gemeinderat diese Woche. Die erste Sitzung nach den Sommerferien war geprägt von der Verabschiedung von Protokollen der letzten zwei Sitzungen. Zu reden gab insbesondere das Protokoll vom 10. Juli, in dem nach Auffassung einiger Ratsmitglieder der Beschluss, beim Umgangweg eine Bushaltestelle für die Linie 513 zu installieren, nicht richtig formuliert worden war.

Mit dieser neuen Haltestelle beim «Ochsen» soll die gefährliche Situation bei der Haltestelle «Kirche» entschärft werden. Dort halten zur Mittagszeit bis zu fünf Busse gleichzeitig an. Die neue Haltestelle ist ein Provisorium und wird nur drei bis vier Jahre in Betrieb sein. Kanton und Gemeinde sind derzeit daran, eine adäquate Lösung auszuarbeiten.

«Unter gewissen Umständen»

Kritisiert wurde an der Ratssitzung, dass der vom Gemeinderat gefällte Entscheid nicht korrekt vollzogen worden sei. Der Rat hatte beschlossen, dass die Tiefbaukommission mit den zwei betroffenen Grundeigentümern am Umgangweg Kontakt aufnimmt, um das weitere Vorgehen für den Einbau der Bushaltestelle mit Wartehäuschen und Haltestelletafel zu besprechen. Vorgängig hatte ein Gemeinderatsmitglied erfahren, dass sich der Eigentümer der Liegenschaft am Umgangweg 15 unter gewissen Umständen vorstellen könnte, auf seinem Land das erwähnte Wartehäuschen aufzustellen.

Nichts mehr zu diskutieren

Die Tiefbaukommission hielt sich indessen nicht an den Gemeinderatsbeschluss und teilte dem Landbesitzer vom Umgangweg 15 auf dessen Anfrage hin per Mail mit, dass es in diesem Fall nichts mehr zu diskutieren gäbe, die Sachlage sei klar. Dass sich der Landbesitzer danach übergangen gefühlt habe, sei nach diesem Vorgehen der Gemeinde nicht verwunderlich, wurde im Gemeinderat mehrheitlich festgehalten.

Betroffener kam zu Wort

Der als Zuhörer an der Sitzung anwesende Grundeigentümer erhielt auf Antrag aus dem Gemeinderat – mit drei gegen zwei Stimmen gutgeheissen – Gelegenheit, sich zu äussern. Er habe sich gut vorstellen können, sein Land zur Verfügung zu stellen, wenn mit ihm das Gespräch gesucht worden wäre. Nun sei aber genau das Gegenteil eingetroffen. Statt zu reden, werde er vom Vorsitzenden für seine Haltung abgestraft. Ob er noch immer dazu bereit wäre, das Wartehäuschen auf seinem Land zu dulden, wurde nicht erörtert.

Gemeindepräsident Paul Stöckli vertrat die Auffassung, dass der Mann seine Bedingungen für den Bau des Wartehäuschens der Tiefbaukommission mitteilen soll. Eine offizielle Anfrage sei gemacht worden.

Übergangen fühlt sich offenbar auch der Besitzer der Liegenschaft am Umgangweg 19 («Ochsen»). Er sei überzeugt, dass die Haltestelletafel auf seinem Land aufgestellt worden sei, meinte dieser gegenüber einem Gemeinderatsmitglied. Auch dieser Landbesitzer erwartet, dass mit ihm das Gespräch gesucht wird.

Kommission falsch informiert

Abschliessend gelangte die Mehrheit im Rat zum Schluss, dass im direkten Kontakt mit den Betroffenen viel Ungemach hätte verhindert werden können. Der Tiefbaukommission könne aber kein Vorwurf gemacht werden, da sie offenbar falsch informiert worden sei.

Der Gemeindepräsident räumte schliesslich ein, dass er diese Information falsch weitergeleitet habe. Um der Sache Genüge zu tun, werde er mit dem Besitzer der Liegenschaft am Umgangweg 19 noch einmal sprechen. Eine erste Begehung mit den Landbesitzern habe es aber bereits im Februar dieses Jahres gegeben, bemerkte Stöckli dazu. Wenn sich beim Gespräch herausstellen sollte, dass die Haltestelletafel nicht wie angenommen auf Gemeindeland stehe, werde er versuchen, eine Duldung der Tafel auszuhandeln.

Auf ein Gespräch mit dem Liegenschaftsbesitzer vom Umgangweg 15 will Stöckli indessen verzichten. «Er ist ja an der Sitzung anwesend und hat alles Relevante mitbekommen», so der Gemeindepräsident.

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