Zeit nahmen sich dafür sechs «Profis», die mit ihrem Erfahrungsschatz im Rahmen von kurzen Vorträgen und sogenannten Bewerbungswerkstätten aus dem Nähkästchen plauderten und Fragen der Schüler beantworteten.

«Welchen Beruf möchtet ihr gerne erlernen?», Andreas Gasche, Geschäftsführer des kantonalen Gewerbeverbands, wirft die Frage in das mit 24 Schülern gefüllte Schulzimmer des Oberen Schulhauses. Etwa die Hälfte der Schüler hebt die Hand. «Landschaftsgärtner», «Informatiker», «Krankenschwester» und viele weitere Berufe werden genannt. Das Ziel ist den meisten bekannt. Die Frage ist nun, wie ist es zu erreichen?

Warum gerade ich?

Auf einer interaktiven Wandtafel werden mit den Schülern wichtige Punkte zur Bewerbung festgehalten, welche Andreas Gasche und Peter Ruprecht, A5 Carrosserie AG, mündlich ergänzen. Wichtig sei, dass die Bewerbung auf das gewünschte Unternehmen zugeschnitten ist. Dafür müsse man sich mit dem Unternehmen und ihren Produkten befassen. «Am besten über die Firmenhomepage», rät Gasche.

Bei einem Bewerbungsverfahren geht es darum, aus der Masse herauszustechen. «Die persönliche Note sollte im Bewerbungsdossier vorhanden sein», betont Peter Ruprecht. Zudem sollte der Arbeitgeber beim Bewerber «das Feuer», also die leidenschaftliche Begeisterung, für den Beruf spüren.

Allgemein seien die sogenannten «soft skills», also Sozialkompetenzen, immer wichtiger für eine Anstellung, erklärt Ruprecht weiter. Tatsächlich zählen diese, nach Einschätzung von Andreas Gasche, etwa gleich viel wie die Noten. «Noten sind also nicht ausschlaggebend», stellt Gasche vor den grossen Augen der aufmerksamen Schüler klar. «Oft muss die Person auch ins Team passen oder nicht zu viele Absenzen im Zeugnis haben», meint er weiter. Auf sogenannte «Ausreisser» solle man zudem ruhig im Bewerbungsbrief Bezug nehmen.

Kleine Sachen, grosser Wert

Markus Dick, Projektleiter Wirtschaftstag, und Urs Keller, BIZ Solothurn, geben den Schüler in einem zweiten Teil Tipps zu Vorstellungsgespräch, Telefonbewerbung und erster persönlicher Kontakt. Dabei dürfen auch gleich einige Schüler ihren Händedruck unter Beweis stellen. «Nicht zu stark und nicht zu schwach» sollte dieser, laut Dick, sein. Es sei zudem in Ordnung bei einem Bewerbungsgespräch nervös zu sein.

«Nervosität zeigt, dass euch die Stelle nicht egal ist», erklärt er. Unter die Lupe nimmt der Projektleiter auch das Outfit der Jugendlichen, die sich am Wirtschaftstag so gekleidet haben, wie für an einem Bewerbungsgespräch. «Es ist sehr spannend», sagt die 15-jährige Sabrina Affolter. Sie könne vieles von der Veranstaltung mitnehmen. Am Nachmittag werden die Schüler die Tipps gleich anwenden können, wenn sie in 36 mitwirkenden Firmen in über 60 Berufsausbildungen Praxisluft schnuppern können.

Und was erwartet die Wirtschaft vom Nachwuchs? «Grundsätzlich ehrliches Interesse für den Beruf, Neugier und Offenheit, Neues zu lernen», antwortet Markus Dick. Zudem müsse der Lehrling die Bereitschaft mitbringen, eine «gewisse Rangordnung zu akzeptieren».