Luterbach
Probleme ums Wohnheim «Oasis» sind geblieben

Im Gemeinderat Luterbach sind die Diskussion über Oasis, das Wohnheim für Suchtkranke, wieder aufgeflammt. Die Luterbacher würden immer noch viele negativen Erfahrungen mit den Bewohnern machen.

Christoph Neuenschwander
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Das Wohnheim Oasis in Luterbach ist in der Kritik. Hanspeter Bärtschi

Das Wohnheim Oasis in Luterbach ist in der Kritik. Hanspeter Bärtschi

Eigentlich hatte alles den Anschein erweckt, die Wogen um das Wohnheim Oasis in Luterbach seien geglättet. Nach unschönen Zwischenfällen mit einigen Bewohnern im vergangenen Jahr war die Kritik am Heim für Suchtkranke schliesslich verstummt. Mitte Mai hatte der Gemeinderat die Probezeit gar aufgehoben und dem «Oasis» eine unbefristete Betriebsbewilligung erteilt. Eine Entscheidung, die kurz darauf an der Gemeindeversammlung infrage gestellt wurde.

«Diverse Anwohner haben pointiert darauf aufmerksam gemacht, dass im Wohnheim nach wie vor einiges im Argen liegt», fasste Gemeindepräsident Michael Ochsenbein (CVP) an der Ratssitzung am Montagabend zusammen. Deutlichere Worte fand Gemeinderat Hans Rothenbühler (CVP), Ressortleiter Sicherheit: «Vor der Gemeindeversammlung ist bezüglich ‹Oasis› vieles schöngeredet worden. Aber wenn man sich umhört, unter den Wirten etwa, dann ist klar, dass die Luterbacher nach wie vor viele negative Erfahrungen mit den Heimbewohnern machen.» Rothenbühler führte als Beispiel einen Alkoholiker an, der im Restaurant seine Zeche nicht bezahlen konnte und bei den Gästen betteln ging.

«Wir sind darauf angewiesen, dass man uns solche Zwischenfälle meldet», entgegnete Ochsenbein. «Wenn uns niemand etwas sagt, können wir auch nichts unternehmen.» Um solche Zwischenfälle künftig zu vermeiden, erteilte der Gemeinderat dem Ressortleiter Soziales, Patrick Probst (SP), einstimmig den Auftrag, «in der Begleitgruppe zum Wohnheim Oasis auf das Wegweisungsrecht der Einwohnergemeinde zu pochen». Mit dem Kanton stehe man im Gespräch, fügte Ochsenbein an. Mehr könne er dazu im Moment jedoch nicht sagen, man habe absolutes Stillschweigen vereinbart.