Solothurn - Balmberg
Probleme im Bus: Postauto AG reagiert und bringt Hinweise auf Arabisch an

Drohungen gegen den Buschauffeur werden nicht toleriert. In den Postautos, die zwischen Solothurn und dem Balmberg verkehren, ist der Hinweis sogar auf Arabisch festgehalten. Das ist einzigartig in der Schweiz.

Daniel Fasel
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Der Warnhinweis im Postauto auf den Balmberg ist seit kurzem in fünf Sprachen, darunter auf Arabisch, geschrieben.

Der Warnhinweis im Postauto auf den Balmberg ist seit kurzem in fünf Sprachen, darunter auf Arabisch, geschrieben.

Daniel Fasel

«Strafbare Handlungen (Beschimpfungen, Drohungen und Tätlichkeiten) gegen das Fahrpersonal werden von Amtes wegen durch die Polizei verfolgt.» Hinter den Busfahrern der Postautolinie 12, die zwischen Solothurn und dem Balmberg verkehrt, hängt diese Aufschrift in fünf Sprachen. Früher waren die Aufkleber nur auf Deutsch, jetzt ist der Text auf Französisch, Italienisch, Englisch und Arabisch geschrieben.

Das gibt es so bisher nirgends in der Schweiz. Das mehrsprachige Hinweisschild mit dem Mahnfinger ist eine Reaktion auf Probleme in den Bussen, welche im Zusammenhang mit dem Asylheim auf dem Balmberg stehen.

«Reisende besser ansprechen»

Die Postauto AG bestätigt, dass es Vorfälle gegeben hat. Wie Valérie Gerl von der Medienstelle auf Anfrage mitteilt, habe es auf der Linie 12 zwischen Solothurn, Balm bei Günsberg und dem Oberbalmberg Vorfälle mit Fahrgästen gegeben, die nicht gut Deutsch verstünden. «Um diese Reisenden besser ansprechen zu können, hat die Postauto AG entschieden, den Hinweiskleber in den Postautos der betroffenen Linie in mehreren Sprachen anzubringen», so Valérie Gerl.

Über die Art und Menge der Vorfälle schweigt die Medienbeauftragte allerdings. Aus «Sicherheitsüberlegungen» könne sie keine genaueren Angaben machen. Auch über weitere Massnahmen und ob die Hinweisschilder auch auf anderen Linien angebracht werden, könne sie leider nichts sagen. Valérie Gerl betont aber, dass sich bereits vor dem Anbringen der Schilder die grosse Mehrheit der Fahrgäste stets respektvoll gegenüber dem Buspersonal und den Mitfahrenden verhalten hätten.

Seit dem Anbringen der Schilder im Januar 2013 zieht die Postauto AG eine positive Bilanz: «Auf der Linie halten sich die Fahrgäste an die Spielregeln.»

Begleitperson fährt mit

Bei einem Augenschein in einem der Postautos auf der Linie 12 ab Hauptbahnhof Solothurn ergibt sich folgendes Bild: Die Gäste sind offensichtlich verschiedenster Herkunft, es wird in unterschiedlichen Sprachen gesprochen. Ein Mann mit einer neongelben Leuchtweste sitzt in den vorderen Sitzreihen. Er soll auf die Ordnung im Bus achtgeben.

Ganz vorne sitzt ein Fahrgast und unterhält sich beim Halt in Solothurn mit dem Chauffeur. Was sagt der Buschauffeur zur Situation im Bus und zum Asylheim auf dem Balmberg? Er dürfe nicht Stellung beziehen und verweist auf die Medienstelle der Postauto AG. «Es liege aber einiges auf der Zunge», so sein lakonischer Kommentar. Der Fahrgast in der ersten Reihe schaltet sich ein: «Nehmen Sie mal dem letzten Bus um sieben Uhr. Dann sehen Sie, wie es wirklich ist.»