Geht es um die Wasserversorgung, so ist der Bucheggberg im Kantonsvergleich noch immer ein Ausnahmefall: Viele Liegenschaften im hügeligen Gelände werden über private Quellen mit Trinkwasser versorgt. In Gossliwil etwa gibt es keinen einzigen Leitungsmeter mit Trinkwasser, der in öffentlicher Hand ist. In Mühledorf gehört der Gemeinde immerhin ein Teil der Wasserversorgung. Auch in Bibern, Hessigkofen und Tscheppach gibt es nach wie vor private Quellen.

Das frische Nass sprudelt in guter Qualität, die Infrastruktur ist intakt. Laut den Wasserspezialisten ist in absehbarer Zeit nicht mit ausserordentlichen Investitionen zu rechnen. Trotzdem wird das Thema im Bezirk emotional diskutiert; nicht zuletzt im Hinblick auf die geplante Fusion von 12 Gemeinden im unteren Bucheggberg. Das Kernteam um Bernhard Jöhr hält fest, dass die Heterogenität der Wasserversorgungen einen möglichen Stolperstein für die Fusion darstellt. Die Emotionen beim Entscheid für oder gegen einen Zusammenschluss dürften nicht unterschätzt werden. Auch dem Kanton sind die vielen privaten Quellen ein Dorn im Auge.

Kanton fördert Wasserverbünde

Projektleiter Bernhard Jöhr betont jedoch, dass die unmittelbaren Auswirkungen einer Fusion auf die Versorgung in den Ortsteilen gering wären: «Sämtliche bestehenden Regelungen würden vorerst weiterhin gelten». Diese müssten aber innerhalb einer Frist von zehn Jahren vereinheitlicht werden. Auch das kantonale Amt für Umwelt befürwortet dies. «Ein Gesamtkonzept zeigt auf, wo Vernetzungen und Verbünde räumlich und technisch sinnvoll wären», sagt Theo Schöni, Leiter Wasserversorgung. So prüft man in Gossliwil einen Anschluss an den Wasserverbund Schöniberg zwischen Aetigkofen und Lüterswil-Gächliwil. Weil zudem das Reservoir in Hessigkofen nicht saniert werden soll, werde auch eine Vernetzung von Hessigkofen und Tscheppach mit der Wasserversorgung Schöniberg geprüft. Diese wiederum könnte mit der Versorgung von Biezwil und Schnottwil vernetzt werden.

Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass das Wasser vom Schöniberg kaum für ganz Gossliwil reicht. «Die Problematik drängt nicht», sagt Gemeindepräsident Kurt Ritter. «Wir hatten nie Wasserprobleme». Probleme gibt es indes mit der Erschliessung von neuem Bauland, weil eine gesetzliche Erschliessungspflicht besteht (siehe Kasten).

Schutzzonen fehlen weitgehend

Zudem sind laut Theo Schöni auch private Quellbesitzer unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet, Grundwasserschutzzonen auszuscheiden. Zuständig dafür sind die Einwohnergemeinden, der Kanton hat eine Aufsichtsfunktion. Sowohl in Gossliwil wie auch in Mühledorf fehlen solche Schutzzonen weitgehend. «Bisher haben wir dies toleriert, obwohl der Zustand nicht rechtens ist», so Schöni. Auch in Unterramsern ist die Lösung des kostspieligen Problems Schutzzone hängig. Dort prüft man darum Alternativen für die Wasserversorgung.

Verena Meyer, Gemeindepräsidentin von Mühledorf, geht davon aus, dass man die Wasserfrage bis in zehn Jahren nach einer Fusion neu verhandeln muss. «Aufgrund des Fusionsprojekts darf aber kein Druck auf die Einrichtung einer öffentlichen Versorgung entstehen». Schliesslich lasse das Gesetz die heutige Situation zu, und die Quellen seien in einem guten Zustand. Immerhin: 20 Prozent der Versorgung in Mühledorf sind öffentlich. So ist die Gemeinde an der Rotenmattenquelle beteiligt, die auch das Gemeindehaus sowie das Schwimmbad speist.

Verena Meyer glaubt nicht, dass die Fusion an einer fehlenden, flächendeckenden Wasserversorgung scheitern könnte. «Jede Gemeinde bringt auch etwas Positives ein», sagt sie. «Mühledorf zum Beispiel hat viel Wald. Und eine schöne Badi.»