Feldbrunnen-St. Niklaus
Postfachanlage und Briefkasten müssen den Feldbrunnern genügen

In Feldbrunnen-St. Niklaus ist die Poststelle ist zu – seit einer Woche bieten die Postboten Hausservice an. Doch die angepassten Dienstleistungen stossen längst nicht bei allen auf Anklang.

Bruno Utz
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Seit Mitte Juni hat Feldbrunnen-St. Niklaus keine Post mehr. Seither gilt in der 1000 Seelen-Gemeinde der Hausservice: «Der Postschalter wird an die Haustür verlegt», preist der Gelbe Riese die Alternative zur Poststelle an. Wer ein Postgeschäft erledigen möchte, bringt am Briefkasten ein kleines Schild an, das die Post zur Verfügung stellt. Bei der nächsten Zustelltour erkundigt sich der Briefträger nach den Wünschen. Die Dienstleistungen reichen vom Rechnungenbezahlen bis zur Aufgabe von Briefen oder Paketen. Und auf Vorbestellung liefert der Briefträger auch Bargeld vom eigenen Postkonto oder Briefmarken an die Haustür.

35. Post-Hausservice im Kanton

Für die Postfachkunden wurde an der Frank-Buchser-Strasse 2, schräg gegenüber der ehemaligen Post, eine neue Anlage mit 36 Postfächern gebaut. Und gleichenorts können die Kunden Briefe in den neuen, postgelben Kasten einwerfen. Als Avisierungspoststelle funktioniert jene von Riedholz.

«Für uns ist Riedholz besser, als nach Solothurn zu fahren», erklärt Gemeindepräsident Rolf Studer eine vom Gemeinderat während der Verhandlungen mit der Post durchgesetzte Forderung. Dort hinterlegt das Zustellpersonal bei Abwesenheit des Adressaten eingeschriebene Briefe und Pakete. Laut Post-Sprecherin Yvonne Raudzus ist der Hausservice in Feldbrunnen der 1240. Hausservice in der Schweiz und der 35. im Kanton Solothurn.

Für Pendler suboptimal

«Für die pensionierten Leute, die oft zu Hause sind, ist der Hausservice gut. Aber weniger für die Pendler», sagt Rolf Studer. Eine Agentur habe der Gemeinderat abgeklärt. «Wir fanden aber keinen Interessenten.» Feldbrunnen habe schon seit vielen Jahren keinen Laden mehr. Und für Büros sei die Führung einer Postagentur nicht interessant. Reaktionen oder Bemerkungen seitens der Bevölkerung habe er seit der Umstellung noch keine gehabt.

Der Feldbrunner Bruno Bessire ist skeptisch gegenüber dem Wechsel zum Hausservice der Post Der Feldbrunner Bruno Bessire ist skeptisch gegenüber dem Wechsel zum Hausservice der Post

Der Feldbrunner Bruno Bessire ist skeptisch gegenüber dem Wechsel zum Hausservice der Post Der Feldbrunner Bruno Bessire ist skeptisch gegenüber dem Wechsel zum Hausservice der Post

Bruno Utz

Eine nicht repräsentative Kurzumfrage unter drei Feldbrunnerinnen und einem Feldbrunner im Rentenalter deckt jedoch erhebliche Skepsis gegenüber der Neuerung auf. «Zahlungen mache ich nun in Riedholz. Solange ich mit dem Auto fahren kann und mobil bin, geht das. Aber für ältere Leute ist das Fehlen der Post schlimm», sagt Therese Manser. Die Gemeinde habe sich zwar gegen die Schliessung gewehrt. «Aber da war nichts zu machen.» Die Post im Dorf sei ‹gäbiger› gewesen, sagt auch Hanni Andres. «Ich bin gespannt, wie es funktioniert. Ich kann mir das noch nicht recht vorstellen.»

Hauslieferdienst schöngeredet

Vreni und Bruno Bessire sagen, in einem persönlichen E-Mail habe die Post den Hauslieferdienst schön geredet und sich nach ihren Wünschen erkundigt. Die Postfachanlage sei wertvoll für die Firmen, aber nicht für sie. «Wir möchten wenigstens noch einen Postomaten», wird Bruno Bessire präziser. Er habe den Wunsch der Post mitgeteilt und festgehalten, wenn er jetzt für den Geldbezug nach Solothurn fahren müsse, dann komme es für ihn auch nicht mehr darauf an, wo er seine Konti besitze, sagt der bis zu seiner Pensionierung bei der Postfinance tätig gewesene Bessire. Gemäss Yvonne Raudzus wird Bessire abschlägigen Bescheid bekommen. «In Feldbrunnen ist kein Postomat vorgesehen», sagt sie auf Anfrage. Feldbrunnen erfülle die von Postfinance festgelegten Kriterien nicht. Negative Reaktionen zum Hausservice seien ihr keine bekannt.

Wegen der Stadtnähe sei Feldbrunnen keine einfache Gemeinde, kommentiert Bessire: «Wir waren verwöhnt mit der Post. Wir sind auch verwöhnt mit dem Bipperlisi.» Aber wegen der Zusatzschlaufe nach Oensingen müsse «das Tram» künftig schneller durch Feldbrunnen fahren. «Das wird auch Auswirkungen auf den «Durstigen Wanderer» haben.» Es sei schon jetzt nicht einfach für die Beiz...