Es half alles nichts: Die Poststelle in Obergerlafingen schliesst definitiv, die Einführung eines Hausservices ist beschlossene Sache. Noch offen ist der Zeitpunkt. «Der Termin für die Einrichtung eines Hausservices steht noch nicht fest», sagt Post-Sprecher Erich Schmid. Man werde die Bevölkerung entsprechend informieren, wenn konkrete Informationen vorlägen. Vorläufig bleibt die Filiale in Betrieb.

Vergebliche Suche

Seit dreieinhalb Jahren suchen Post und Behörden in Obergerlafingen vergeblich nach einer Agenturlösung. Dort würde ein Partner, zum Beispiel ein Dorfladen, Dienstleistungen anbieten. «Nach Abwägung aller Alternativen und Argumente haben wir uns dafür ausgesprochen, in beiden Gemeinden den Hausservice einzuführen», teilt die Post mit. Flyer wurden am Donnerstag an die Bevölkerung von Obergerlafingen und Zielebach verteilt.

Die Post verweist auf die rückläufige Nutzung des Schalters. Die aktuellsten Zahlen aus dem Jahr 2011 zeigen: Im Tagesdurchschnitt wurden auf der Poststelle 100 Einzahlungen, 564 Briefe und 19 Pakete verzeichnet. Bei den Einzahlungen betrage die Einbusse 24 Prozent innerhalb von fünf Jahren, bei den Sendungsabholungen im selben Zeitraum sogar 29 Prozent, heisst es.

Ein Funken Hoffnung

Allerdings bleibt ein Funken Hoffnung: Sollte es einen Interessenten für eine Agenturpartnerschaft geben, ist die Post bereit, dieses Modell nochmals zu prüfen. Bei einer Machbarkeit würde die «Post an der Haustüre» wieder aufgehoben. Doch Gemeindepräsident Beat Muralt sieht schwarz für eine solche Lösung. «Wir haben versucht, Hand zu bieten für eine Agentur, doch ein Partner wurde nicht gefunden.» Kommt hinzu, dass laut einer Umfrage eine Mehrheit der Bewohner den Hausservice der Agentur vorziehe.

Die Gemeinderäte von Obergerlafingen und Zielebach hätten die Beibehaltung der Poststelle bevorzugt, selbst mit angepassten Öffnungszeiten. Sie verwiesen insbesondere auf die Bedürfnisse der älteren Einwohnerschaft und des Gewerbes. (crs)