Seeland

Platznot: Turnhallen der Lengnauer Schulen sollen Schulzimmer werden

Die Doppelturnhalle der Schulanlage Zentrum soll zu Schulzimmern umgebaut werden.

Die Platznot der Lengnauer Schulen macht erfinderisch. An einem Infoabend wurde das Umbauprojekt für 6,3 Mio. Fr. vorgestellt.

«Die erst kürzlich durchgeführte Schulraumplanung ist uns bereits um die Ohren geflogen»: Lengnaus Gemeindepräsident Max Wolf brachte es am Informationsanlass für die Bevölkerung vom Donnerstag in der Aula plakativ auf den Punkt. Grund sei das massive Wachstum der Einwohnerzahl innert kurzer Frist durch Zuzug, ausgelöst durch die grosse Bautätigkeit. Dies löse dringenden Handlungsbedarf bei den Schulräumen aus.

Laut Thomas Hübscher, dem für die Schule zuständigen Gemeinderat, ist die Anzahl der Schülerinnen und Schüler seit dem Schuljahr 2014/15 von knapp 450 auf heute 600 gestiegen. Damals waren es noch 23 Klassen, heute sind es 31. «Und wir werden jedes Jahr eine zusätzliche eröffnen müssen», sagte Hübscher.

Bauliches Fazit: Bis 2024 fehlen in Lengnau 24 Schulräume, davon die Hälfte Klassenzimmer. Ein Teil davon soll durch das nun vorliegende Bauprojekt realisiert werden. In der Doppelturnhalle Zentrum aus dem Jahr 1958 sollen jetzt sechs zusätzliche Klassenzimmer, Gruppenräume und Räume für den Werkunterricht realisiert werden. Da die Turnhallen aber ebenfalls gebraucht werden, soll der Baubeginn mit der Inbetriebnahme der neuen Dreifachturnhalle abgestimmt werden.

Im Dezember 2020 rechnet die Gemeinde mit der Fertigstellung der neuen Halle, sodass nach den Projektierungsarbeiten im Lauf des nächsten Jahres im Januar 2021 mit den Bauarbeiten des Umbauprojekts begonnen werden kann.

Dieses nennt sich «Haus im Haus» und wird in Holzbauweise ausgeführt. Die beiden übereinander liegenden Turnhallen werden in vier Geschosse eingeteilt. Im oberen Bereich entstehen die Schulzimmer und im unteren die Werk- und weitere Räume. Die sanitären Anlagen werden erneuert bzw. die Tunhallen-Garderoben um- und ein Lift eingebaut. Die neuen Räume sollen für die Beheizung an den Fernwärme-Verbund angeschlossen werden.

Urnenabstimmung am 15. Dezember

Gemeinderat Frank Huber orientierte über die Kosten, welche nach gegenwärtiger Schätzung 6,36 Mio. Fr. betragen werden. Dazu kommen jährliche Betriebskosten von rund 80 000 Fr. Eine Volksabstimmung an der Urne über den Kredit ist für den kommenden 15. Dezember anberaumt.

Das zahlreich erschienene Publikum hatte auch einige Fragen, beispielsweise, ob ein Abbruch und Neubau nicht vergleichsweise günstiger käme. Dies habe man bereits geprüft, meinte Huber. Dem sei aber nicht so. Für den Umbau der Turnhalle habe man sich auch deshalb entschieden, um keine Probleme mit der Denkmalpflege und mit Einsprachen zu bekommen. So bleibe die Fassade im Stil der ganzen Schulanlage erhalten, die damit zu einem eigentlichen Campus im Dorfzentrum wird.

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