Zur Erinnerung
Platz für Otto Stich in Dornach: Zwei Varianten werden dem Volk vorgelegt

In Dornach soll ein Ort der Erinnerung für den verstorbenen Alt-Bundesrat Otto Stich entstehen. Mehrere Varianten liegen vor, den Dornachern wird am 12. Juni aber nur zwei Projekte zur Abstimmung vorgelegt.

Lukas Hausendorf
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Hier war er gern. Alt Bundesrat Otto Stich, aufgenommen am 6. Januar 2002 im Hotel Engel in Dornach.

Hier war er gern. Alt Bundesrat Otto Stich, aufgenommen am 6. Januar 2002 im Hotel Engel in Dornach.

Keystone

Noch ist es eine unscheinbare freie Rasenfläche, die von einem Mäuerchen und zwei Parkplätzen abgeschlossen wird. Aber der unverbaute Flecken an der Ecke Josefengasse/Unterdorfstrasse hinter dem Schwanenbrunnenplätzchen wird dereinst an den am 13. September letzten Jahres verstorbenen Alt-Bundesrat Otto Stich erinnern.

Geplant ist ein Ort der Erinnerung für Dornachs grössten Politiker, der aber kein «statischer Gedenkort» sein soll, wie aus einem Konzeptpapier der Gemeinde hervorgeht. Stichs Leben und Wirken soll in der Gestaltung des Platzes erlebbar werden, aber auch begegnen sollen sich die Dornacher dort. Und debattieren, ganz im Sinne einer Agora in der einstigen Polis im alten Griechenland. Damit würde Stich, der den politischen Disput mit Konsequenz und Respekt pflegte, wohl entsprochen.

Bescheidener Platz

Allerdings soll der vorgesehene Gedenkplatz bescheiden ausfallen. Ein erster Vorschlag der Gemeinde, der eine mit Verbundsteinen belegte Fläche, die von einer Metallpergola überdacht wird, vorsieht, wurde an der Gemeindeversammlung vom 12. Dezember durch eine dringlich erklärte Motion blockiert.

Darin wurde eine schlanke Variante gefordert, die nicht mehr als 50 000 Franken kosten sollte. «Der verstorbene Alt- Bundesrat war als Sparminister bekannt, ihm hätte diese schlankere Variante sicher besser gefallen», glaubt der Motionär zu wissen. Und der Spardruck ist in Dornach zurzeit tatsächlich hoch. Für das laufende Jahr ist ein Fehlbetrag von 1,7 Millionen Franken budgetiert.

Alte Variante vom Tisch

In der Zwischenzeit liess die Gemeinde neue Gestaltungsvarianten erarbeiten. Letzte Woche lagen dem Gemeinderat an seiner Sitzung dann fünf Eingaben vor, die allerdings nur von begrenzter Aussagekraft waren. «Die zusätzlichen Varianten haben nichts gekostet», versicherte Gemeindepräsident Christian Schlatter (FWD) auf Nachfrage von Daniel Grossenbacher (CVP). Dafür beinhalteten die beiden neuesten Varianten, die von der Bauverwaltung in Absprache mit Schlatter eingeholt wurden, auch noch keine Kostenschätzungen. Und sie waren auch nicht in der Vorlage der Baukommission enthalten.

Die beurteilte nämlich nur drei Varianten, wobei sie ein auf zirka 80 000 Franken abgespecktes Projekt des Architekturbüros Bühler favorisierte. Dieses war, im Gegensatz zur umstrittenen Ursprungsvariante, gegen die vier Einsprachen eingingen, mit den Bedürfnissen der Einsprecher abgeglichen worden. Sollen nun alle Varianten der kommenden Gemeindeversammlung am 12. Juni vorgelegt werden? Und was soll her, ein Grundsatzentscheid? Oder wäre vielleicht eine Konsultativabstimmung angezeigt? Der Gemeinderat schien sich anfänglich nicht so schlüssig, wie mit der Fülle an Gestaltungsvorschlägen für den Otto-Stich-Platz umgegangen werden soll.

Schliesslich machte Daniel Grossenbachers Antrag das Rennen, dem Volk das von der Baukommission favorisierte Projekt und die «Variante 4», ein von Hecken, Mauern und hochstämmigen Bäumen umrahmter Platz mit Sitzquadern, zu unterbreiten. Bis zur Gemeindeversammlung sollen dafür auch verlässliche Kostenschätzungen vorhanden sein.

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