Etziken
Photovoltaikanlagen an Gemeindeversammlung top, Strassenbeleuchtung ein Flop

Zwei Energie-Geschäfte standen am Montagabend auf der Traktandenliste der Gemeindeversammlung Etziken. Zu reden gab jedoch nur die Information zur ausgeschalteten Strassenbeleuchtung. Die Mehrheit ist dennoch dafür.

Bruno Utz
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Etziken verlangt keine Anschlussgebühren mehr für Photovoltaikanlagen. uz

Etziken verlangt keine Anschlussgebühren mehr für Photovoltaikanlagen. uz

Einstimmig durchgewinkt haben die 19Stimmberechtigten die Streichung der Anschlussgebühren für Photovoltaikanlagen. Solche wurden bisher fällig, wenn die Investition in die Solarenergie zu einer Höherschätzung des Gebäudeversicherungswertes von mehr als fünf Prozent führte. «Es macht keinen Sinn, ökologisch handelnde Hauseigentümer zu bestrafen», erklärte Gemeindepräsident Bruno Meyer den Antrag des Gemeinderates, das Beitragsreglement entsprechend abzuändern. Profitieren werden auch die Besitzer von vorhandenen Solaranlagen. Wer die Anschlussgebühr bereits bezahlt hat, erhält also das Geld zurück.

Zwei Drittel für Ausschaltung

Zusammen mit den Gemeinden Aeschi, Horriwil und Hüniken schaltete Etziken im April die Strassenbeleuchtung zwischen 1 und 5 Uhr aus. An der anschliessenden Umfrage beteiligten sich laut Adrian Schmid, Präsident der Natur- und Umweltkommission, 25 Prozent der rund 350 Etziker Haushalte. «Uns hat überrascht, dass zwei Drittel der Rückmeldungen positiv oder wenigstens mit der Abschaltung einverstanden waren», informierte Schmid.

Aufgrund der Umfrage kündigte Meyer an, der Gemeinderat werde vermutlich im August die Ausschaltung beschliessen. «Es geht nicht um die geschätzten Kosten-Einsparungen von rund 4500 Franken. Viel mehr wollen wir ein Zeichen setzen zum Energiesparen.»

Aus der Versammlungsmitte wurde jedoch Kritik laut: Wer des Nachts unterwegs sei, etwa Schichtarbeiter, Festbesucher oder Velofahrer, wünschen beleuchtete Strassen. Solche Sicherheitsbedenken versuchte Schmid mit positiven Erfahrungen aus Obergerlafingen auszuräumen. «Dort wurden weder mehr Einbrüche noch Vandalismus festgestellt. Und die Autos verkehren auf den unbeleuchteten Strassen langsamer.»

Insbesondere Thomas Stampfli und Walter Linder bemängelten, dass der Gemeinderat die Sache abschliessend beurteilen möchte. «Ich will dem Gemeinderat nicht in den Rücken fallen, aber dieser Entscheid gehört an die Gemeindeversammlung. Da können alle teilnehmen», argumentierte Stampfli. Linder erkundigte sich vorsorglich nach der Beschwerdeinstanz. Meyer: «Jeder Beschluss des Gemeinderates kann beim Amt für Gemeinden angefochten werden.»

Tiefrote Rechnung 2011

Die von Finanzverwalter Peter Felder erläuterte Jahresrechnung 2011 schliesst bei Gesamtaufwendungen von 3,697 Millionen Franken mit einem Defizit von 372919 Franken ab (Budget: -209000 Franken). «Über Budget sind vor allem Posten, die wir nicht beeinflussen können», ergänzte Meyer. Er verwies auf die Ausgaben für Soziales und Spitex.

«Happig wirkte sich der Totalausfall der juristischen Personen bei den Steuern aus.» Statt der erwarteten Erträge von 300000 Franken musste Etziken sogar vorbezogene Steuern von 58877 Franken an Unternehmen zurück bezahlen. Mit 2,011 Millionen Franken lieferten die natürlichen Personen hingegen leicht mehr Steuern ab als erwartet. Weil die Spezialfinanzierungen Wasser und Abwasser defizitär schlossen, sind laut Meyer ab 2013 höhere Gebühren nicht auszuschliessen.