Mühledorf
Peter Gomm wird beim Landamme-Jass Letzter

Peter Gomm liefert die Schlagzeile beim Landamme-Jass in Mühledorf gleich selbst Ihm läuft es «unterirdisch», was ihm der letzte Platz einbringt. Jass-Sieger wurde Jörg Wähli.

Rahel Meier
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Peter Gomm zog am Freitagabend nicht die besten Karten
11 Bilder
Partnerwechsel, wer hat noch nicht mit wem gejasst
So waren die Jasstische vorbereitet
Fünf, acht, zehn
Die einen zählen im Kopf zusammen, die anderen brauchen den Rechner
Ein sozialdemokratischer Jasstisch mit Landammann Peter Gomm, Stefan Hug, Regierungsratskandiat Andreas Bühlmann und Kantonsrätin Christine Bigolin
Ein spannendes Spiel
Landamme-Jass in Mühledorf
Diskussionen nach jeder Passe, wie es zum richtigen Jassen gehört
Verlierer Peter Gomm überreicht dem Gewinner Jörg Wähli den Korb mit den Buechibärger Produkten
Die erste Runde, die Jassenden lernen sich kennen

Peter Gomm zog am Freitagabend nicht die besten Karten

Rahel Meier

Freitagabend, kurz nach 19 Uhr in Mühledorf. Landammann Peter Gomm, vierzehn Jasswillige und eine Journalistin stehen im ersten Stock des Restaurants Kreuz und warten, was passiert. Gomm sieht auf die Uhr und beginnt damit, die Spielregeln zu erklären. Zehn Durchgänge à je vier Spiele sollen gejasst werden. «Es wird nicht ausgelost. Jeder sucht sich den neuen Partner selbst», so Peter Gomm. Es wird ohne Weisen gespielt, egal ob «unde», «obe» oder normaler Trumpf – alles zählt einfach. So weit alles klar. Nur die Anzahl der Spieler ist nach wie vor bei 15 und damit nicht passend zum Jassen.

Kurze Zeit später sitzt die Journalistin mit am Jasstisch des Landammanns. Zugegeben: Viel Überredungskunst hat es nicht gebraucht. Da geht die Türe auf und SP-Kantonsrätin Christine Bigolin tritt ein. Da Zuspätkommende bekannterweise bestraft werden, muss sie sofort ins Jassgeschehen eingreifen und den Platz neben Peter Gomm einnehmen. «Ich jasse zwar gerne, aber eigentlich wollte ich ja nur schnell vorbeigucken und Hallo sagen», meint sie und sortiert ihre Karten.

Wahl-Slogan geht nicht auf

Es geht ruhig zu im Saal des «Kreuz». Ob es am garstigen Wetter liegt? So wenig Jassfreunde wie in Mühledorf waren noch nie am Landamme-Jass, wie Peter Gomm zwischen zwei Spielen erklärt. Die fünf Frauen und elf Männer sind konzentriert. Nach jedem Spiel gibt es die üblichen Jass-Diskussionen. So fragt Peter Gomm seinen Regierungsratsmitkandidaten Andreas Bühlmann schon bald einmal: «Jä wieso zäigsch du mir de dä ned a?» «Zwöi, wo’s chöi» – dieser Wahl-Slogan geht beim Jassen noch nicht ganz auf. Auch das Zusammenzählen der ersten Passe macht Gomm etwas Mühe, verrechnet er sich doch prompt, was für Heiterkeit bei denen sorgt, die es mitbekommen.

Bereits sind vier Passen gespielt. Ein Blick auf die einzelnen Resultate zeigt, dass noch kein Match gespielt wurde. Bis zu diesem Moment sind 424 Punkten in einer Passe das beste Resultat. Roger Spichiger und Nelli Zimmermann haben das gemeinsam erspielt. Für die schlechteste Runde mit 199 Punkten sorgen Andreas Bühlmann und Hanspeter Bader.

Match an Match

Da ist er: Der erste Match des Jassabends. Nelli Zimmermann und Andreas Bühlmann schütteln sich die Hand und freuen sich. Am Nebentisch ziehen Karin Winistörfer und Werner Sauser fast gleichzeitig nach: Auch sie freuen sich über stolze 157 Punkte. Und Peter Gomm schafft in dieser Passe ebenfalls einen Match – gemeinsam mit Marcel Stuber.

Trotzdem läuft es Gomm nicht nach Wunsch. Er sieht sich seine Zahlen an und murmelt: «Unterirdisch. Das ist einfach unterirdisch.» So schlecht habe er noch in keinem Landamme-Jass gespielt, meint er zu seinen Jasskollegen am Tisch. Was Gomm nicht daran hindert, in der siebten Passe nochmals einen Match hinzulegen. Der «Obeabe», den er ansagt, läuft einfach nur perfekt. Der spätere Gewinner des Landamme-Jass, Jörg Wähli, kann nur zusehen und seine Karten hinlegen. Ein Blick auf das Punkteblatt von Wähli verleitet die Journalistin bereits zu diesem Zeitpunkt zur Aussage, dass dieser wohl gewinnen wird. Wähli jasst sehr konstant. Keine Ausreisser nach unten, aber auch kein Resultat über 400 Punkte.

In der zehnten Runde wird es dann doch noch etwas hektisch. Es geht nicht ganz auf bei der Zusammensetzung der Jassrunden. Peter Gomm ergreift deshalb das Kommando und innert kürzester Zeit haben alle einen Jasspartner gefunden, mit dem sie noch nie gespielt haben. Am Schluss geht es dann ans Zusammenzählen. Die etwas älteren Semester machen das so, wie es sich beim Jassen gehört: Im Kopf und von Hand. Peter Gomm und Andreas Bühlmann outen sich als Technikfreaks: Sie zücken das I-Phone und nehmen den Taschenrechner.

Egal wie gerechnet wurde. Das Resultat steht bald fest und Regierungsrat Gomm schreitet zur Rangverkündigung. Er beginnt mit dem letzten Platz. «Auf dem ist ein gewisser Peter Gomm gelandet», meint er und sorgt für viel Gelächter im Saal. «Die Schlagzeile für die Medien ist damit auch schon gemacht», witzelt er. Spannend wird es dann in den vordersten Rängen. Platz 3 geht an Marcel Stuber mit 3285 Punkten, Platz 2 hat sich Roger Spichiger mit 3350 Punkten erspielt und Platz 1 gehört Jörg Wähli mit 3409 Punkten. Er durfte als Preis einen Korb mit Bucheggberger Produkten entgegennehmen.

Das Resultat ist aber nicht das Wichtigste. Peter Gomm will am Landamme-Jass mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen. So sitzen nach der Rangverkündigung die meisten noch länger etwas zusammen und diskutieren miteinander. «Unterirdisch» oder nicht –- das Ziel ist erreicht.

Letzter Landamme-Jass: Am 30. November mit Peter Gomm, 19 Uhr, Restaurant Linde, Bellach.