Selzach
Peter Gomm: «Ältere Menschen sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft»

Die Stiftung Pro Senectute führt in den nächsten Monaten mehrere Senioren-Tagungen durch. Dort sollen Angebote für Senioren vorgestellt werden. In Selzach fand der Pilot-Anlass statt.

Gundi Klemm
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Akteure beim Event «Älter werden in Selzach» (v. l.): Gemeindepräsident Viktor Stüdeli, Julia Linder und Ida Waldner (Pro Senectute), Regierungsrat Peter Gomm sowie Ruth Bur und Remo Waldner (Pro Senectute).

Akteure beim Event «Älter werden in Selzach» (v. l.): Gemeindepräsident Viktor Stüdeli, Julia Linder und Ida Waldner (Pro Senectute), Regierungsrat Peter Gomm sowie Ruth Bur und Remo Waldner (Pro Senectute).

Gundi Klemm

Die Stiftung Pro Senectute Kanton Solothurn hatte ein grosses Informationspaket für die älteren Einwohnerinnen und Einwohner in Selzach vorbereitet. Der zweistündige Anlass in Selzach bildete den Startschuss für weitere zehn Senioren-Tagungen der kommenden Monate in anderen Gemeinden. «Ältere Menschen sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft», sagte Regierungsrat Peter Gomm im Pfarreizentrum Selzach.

Der Kanton Solothurn sei ein guter Landstrich, um alt zu werden, bekräftigte er mit Blick auf die vielen Hundertjährigen, deren Geburtstage stets medienwirksam begangen werden. Die ältere Generation verdiene Wertschätzung, die wichtige Zuwendung lasse sich allerdings nicht «institutionalisieren», sagte Gomm und gab das Wort an die Geschäftsführerin der Pro Senectute (PS), Ida Waldner, weiter.

«Pflegen Sie Ihre Stärken»

Waldner bot in ihrem Referat einen Überblick über die vielen Faktoren von Lebensqualität im Alter. «Überprüfen Sie Ihre Wohnsituation», riet sie den Teilnehmenden. Ist die Wohnung hürdenfrei und sturzsicher, befindet sich der öffentliche Verkehr in der Nähe, gibt es Läden und gute Nachbarschaft wie auch soziale Einbettung? «Pflegen Sie Ihre Stärken, jetzt wo sie Zeit dazu haben. Fordern Sie Hirn und Körper heraus und üben Sie sich in positiver Grundhaltung», machte Sie den Senioren Mut, sich weiterhin auf vielen Feldern, auch in der Öffentlichkeit, aktiv zu engagieren.

Mit der Einladung zu einem Pro-Senectute-Schnuppertag mit buntem Programm am 28. März im Selzacher Gemeindehaus verwies sie auf die vielen Möglichkeiten der Organisation in Bildung, Sport und Beratung, die die vier kantonalen Pro Senectute-Fachstellen in Breitenbach, Olten, Solothurn und in dem für Selzach zuständigen Grenchen zu bieten haben.

Das Thema «Alter und finanzielle Aspekte» bearbeitete Remo Waldner als PS-Fachstellenleiter in Grenchen und Umgebung. Zum Glück lebe die Mehrheit der heutigen Ruheständler in ausreichenden bis guten finanziellen Verhältnissen. Nur sechs Prozent dieser Altersgruppe befänden sich einkommensmässig unter der so genannten Armutsgrenze. Der ausgebaute Sozialstaat springe hier aber helfend ein.

Keine Almosen

Um Sozialversicherungsansprüche oder Krankenkassen-Prämienverbilligungen geltend zu machen, müsse man selber aktiv werden oder sich durch individuelle Beratung unterstützen lassen, erklärte Remo Waldner. Die Ergänzungsleistungen beispielsweise, auf die ein rechtlicher Anspruch bestehe, seien kein Almosen.

Waldner erläuterte anhand von Beispielen detailliert die Kostenübernahmen bei Ehepaaren und Alleinstehenden durch unterschiedliche Träger beim Eintritt ins Pflegeheim. Gleichzeitig räumte er mit «Fünf Mythen» zu Vermögen und Hausbesitz auf, die trotz geringer Einkünfte angeblich den Antrag auf Ergänzungsleistungen erschweren. «In der Beratung finden wir immer sozial gut gerechnete Lösungen.»

Weitere Themen waren die Überschreibung des Eigenheims auf die Erben, die Hilflosenentschädigung, die Betreuungsgutschriften und die Ausarbeitung eines Pflegevertrages.