Gemeindepräsidium Günsberg
Peter Allemann: «Günsberg soll Günsberg bleiben»

Der parteilose Peter Allemann will Gemeindepräsident werden und setzt sich für eine eigenständige Gemeinde ein. Der 46-jährige Landwirt ist Besitzer des «Glutzenberg» und betreibt bürgerliche Politik.

Urs Byland
Drucken
Teilen
Kommt der nächste Gemeindepräsident von Günsberg vom «Glutzenberg»?

Kommt der nächste Gemeindepräsident von Günsberg vom «Glutzenberg»?

Urs Byland

Parteilos sind sie beide, die Kandidaten fürs Gemeindepräsidium. Politisch hat sich Peter Allemann dennoch schon in eine Richtung bewegt. Die Günsberger kennen ihn als regelmässigen Besucher von Gemeindeversammlungen, wo er mit seinen Anträgen den einen oder anderen Erfolg verbuchen konnte.

«Das ist direkte Demokratie», sagt der 46-jährige Peter Allemann und geniesst mit seinem Besucher das Panorama vom «Glutzenberg». Neidisch wird man wegen dieser traumhaften Aussicht, die Restaurantgänger jederzeit teilen können. Der «Glutzenberg» gehört Allemann. Betrieben wird das Restaurant von einer Pächterfamilie. Das ursprüngliche Kurhaus und spätere Hotel hat keine Gästezimmer mehr. Allemann hat die Zimmer zu Mietwohnungen umgebaut.

Gasthaus und Bauernhof, den Allemann unterstützt von seiner Mutter betreibt, bilden ein Ensemble. Bei der Einfahrt begrüssen neugierige Hängebauchschweine mit wedelnden «Söischwänzli» die Gäste. 15 Stück Vieh und einige Pferde nennt der Biobauer (Milch- und Fleischwirtschaft) sein Eigen. «Familienbetrieb, klein aber gesund», fasst Allemann zusammen. Sein ganzes Leben hat er auf diesem Hof verbracht. Seit 20 Jahren wirtschafte er aus Überzeugung als Biobauer. Er ist mit seiner Scholle zutiefst verbunden. «Änderungen braucht es nicht viele», ist er überzeugt. Günsberg soll eigenständig bleiben. «Dafür kämpfe ich von Herzen. Ich bin hier geboren. Günsberg soll Günsberg bleiben.»

«Ich betreibe bürgerliche Politik»

Dann kommt sein Hund Pickels. «Er ist der beste Hund», sagt sein Meister. Den Hund hat er im Grenchner Tierheim Aarebrüggli auf Vermittlung von Barbara Banga gefunden. «Jetzt mache ich aktiv Hundesport. Es hat mich gepackt.» Politisch hat er aber mit der linken Politikerin Banga das Heu nicht auf der gleichen Bühne. «Ganz sicher nicht. Ich betreibe bürgerliche Politik.» In den letzten zwölf Jahren sei wenig fürs Dorf gemacht worden. «Ich will auf die Leute eingehen, ihre Anliegen ernst nehmen und mich neutral verhalten.» Mit den Vertretern der beiden Gemeinderats-Parteien FDP und SVP wolle er kollegial umgehen.

Die SVP hat im Übrigen ihr Bestehen Peter Allemann zu verdanken. 2008 gründete er die SVP-Sektion Günsberg, von der er sich nach kurzer Zeit trennte. Heute sei er parteilos.

Gespaltenes Dorf

Grosse Happen habe Günsberg in den nächsten Jahren zu bewältigen. An erster Stelle nennt Peter Allemann die Finanzen, dann die Umwelt und die Sicherheit. Das Dorf präsentiere sich heute gespalten. «Die Post ist weg, die Bank ebenso. Die Fusion haben wir glücklicherweise verhindern können. Jetzt haben wir noch einen Dorfladen, zu dem wir Sorge tragen müssen. Und das Gewerbe muss gestärkt werden.» Die Vereine liegen ihm am Herzen. «Es ist mir lieber, die Jungen machen in den Vereinen aktiv mit, als dass sie Sachen machen, die nicht gut sind.» Aber Allemann vergisst die Finanzen nicht. Den Anbau an die Turnhalle, der einigen Vereinen zugute hätte kommen sollen, «vermögen wir heute nicht». Hätte der Souverän anders entschieden, dann hätte er aber auch dies akzeptiert. Er setze nicht auf Steuererhöhung, um die Defizite zum Verschwinden zu bringen. Er setzt auf die Toplage, auf die eigene Schule und damit auf Zuzüger, die neue Steuereinnahmen bringen sollen. «Wer von der Stadt hierher wohnen kommt, der sagt oft, das ist das Paradies. Das müssen wir erhalten.»

Deswegen auch sein Einsatz für die Sicherheit im Dorf. «Es wurde in Autos eingebrochen.» Das nahe Zentrum für Asylsuchende auf dem Balmberg lasse grüssen. «Man kann sicher etwas machen. Beispielsweise Herrn Gomm einen Brief schreiben, immerhin wurde ein Buschauffeur verprügelt und Schulkinder wurden belästigt.» Er würde dafür kämpfen, dass beispielsweise Ausgehzeiten eingehalten werden, «dass sie nicht einfach frei sein können».

Stolz berichtet er von seinem traditionellen Viehumzug im Herbst durchs Dorf, wenn die Tiere, die ihre Hörner noch tragen dürfen, zur Viehschau geführt werden. «Da helfen jeweils Freunde, Kollegen, ja ganze Familien mit.» Dann kann er auch Kontakte knüpfen mit den anderen, von denen es in Günsberg «gäng wie meh» gebe, die sich keiner Partei verpflichtet fühlen, den Parteilosen. «Die muss man gewinnen», ist er überzeugt. Er habe keine Scheuklappen gegenüber linksorientierten Günsbergern. «Die können ebenso gute Ideen haben. Im Dorf machen wir Sach- und keine Parteipolitik.»

Aktuelle Nachrichten