Oberdorf
Parkplatz-Dilemma: Den Oberdörfern läuft langsam aber sicher die Zeit davon

Am 1. November soll die neue Seilbahn auf den Weissenstein den Betrieb aufnehmen. Ab dann ist auch mit Besuchern zu rechnen, welche ihre Autos in Oberdorf parken wollen. Eine Lösung für dieses Parkplatz-Problem ist aber noch nicht in Sicht.

Rahel Meier
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Der Gemeinderat will, dass die Benützer der Seilbahn die offiziellen Parkplätze benützen.

Der Gemeinderat will, dass die Benützer der Seilbahn die offiziellen Parkplätze benützen.

Agnes Portmann-Leupi

Der Zeitplan der Seilbahn Weissenstein AG sieht vor, dass die neue Gondelbahn am 1. November ihren Betrieb aufnehmen soll. Das heisst, dass ab dann mit Besucherinnen und Besuchern gerechnet werden muss, die ihr Auto in Oberdorf parkieren wollen.

«Wir haben bisher keine Unterlagen von der Seilbahn, die es uns ermöglichen würden, das nötige Parkplatzreglement auszuarbeiten», so Gemeindepräsident Patrick Schlatter am Montagabend.

Dies, obwohl er mehrmals nachgefragt habe und die Lieferung der Unterlagen versprochen wurde. «Uns läuft die Zeit davon», ärgerte er sich.

Kreative Lösung?

Das Parkplatzreglement muss von der Gemeindeversammlung genehmigt werden. Zudem muss es vom Kanton vorgeprüft und abschliessend genehmigt werden. Bis zur ordentlichen Rechnungsgemeindeversammlung im Juni liege es nicht vor, im Dezember sei es zu spät.

Es gebe die Möglichkeit, eine ausserordentliche Versammlung einzuberufen. «Nach Gesprächen mit den kantonalen Behörden bin ich auf eine weitere Lösung gestossen», so Schlatter.

Der Gemeinderat hat

- dem Zusammenarbeitsvertrag mit der Regionalplanungsgruppe Espace Solothurn zugestimmt. Das Agglomerationsprogramm 2. Generation betrifft die Gemeinde nur am Rand;
- Claudine Nick als Delegierte
für den Zweckverband SRMUL (Sozialregion Mittlerer und
unterer Leberberg) gewählt;
- beschlossen, sich beim Kanton wegen der Verkehrsbeschränkung auf der Weissensteinstrasse zu melden. Der Gemeinderat will flankierende Massnahmen,
sodass die Lastwagen, die das Strassenstück passieren müssen, nicht wegen der Baustelle und der Lichtsignalanlage plötzlich via Quartierstrassen am Schulhaus vorbeifahren. (rm)

Die Gemeindeversammlung könnte ein rudimentäres Parkplatzreglement genehmigen und die Details würden in einem Anhang genehmigt. «Der Anhang wiederum ist in der Kompetenz des Gemeinderates.»

Mit dieser Lösung wäre der Gemeinderat flexibler und könnte dem Zeitdruck besser begegnen. «Es ist aber unschön, dass wir bei dieser Lösung die Bevölkerung nicht abstimmen lassen können.»

So oder so beschloss der Gemeinderat, dass juristisch abgeklärt werden soll, ob diese Lösung überhaupt möglich ist. Dem Gemeinderat ist klar, dass das Reglement mit Betriebsbeginn der Bahn rechtsgültig sein muss, und dass dies für die Einwohner wichtig ist.

Vizegemeindepräsident Ueli Kölliker gab zu bedenken, dass es der Gemeinderat so oder so «nie so machen kann, dass alle glücklich sind».

Zwei Anbieter für das Solardach

Die Genossenschaft Optima Solar und die AEK präsentierten je ein Projekt für die Photovoltaikanlage für die Schulanlage Mühlacker. Beide Anbieter arbeiten mit der Firma Helion zusammen, die die Anlage im Auftrag bauen würde.

Bei beiden Anbietern hätte die Gemeinde mit Planung und Bau der Anlage nichts zu tun. Beide Anlagen würden als Ost-West-Anlage realisiert. Unterschiedlich sind die Bedingungen der beiden Anbieter.

Die Genossenschaft Optima Solar funktioniert grundsätzlich anders als die AEK, die zudem ihr eigenes Stromnetz hat und den Strom so direkt
abnimmt. Der Entscheid über die Vergabe fällt erst im nächsten Gemeinderat.