Zum Vorfall beim Nachtklub «Soho» in Wangen an der Aare sind neue Details bekannt geworden. 20min hat mit dem Opfer gesprochen, einem 32-jährigen Zuchwiler. 

Dieser habe sich im Rahmen eines Team-Events seiner Firma im Ausgang befunden, sei vor das «Soho» getreten, wo es in einer Gruppe Soldaten Zoff gegeben hatte. «Ich versuchte zu schlichten», erzählt der Solothurner.

Plötzlich habe ein Mann aus der Gruppe, offenbar ein Unteroffizier, ein Messer gezückt und sei auf ihn losgegangen. Die Folge: ein Schnitt im Brustbereich, Riss-Quetsch-Wunden am Kopf und am linken Kleinfinger. Zwei Wunden hätten mit einigen Stichen genäht werden müssen. Für den Zuchwiler ist klar: «Der Unteroffizier hat meinen Tod in Kauf genommen.» 

Auch auf eine Helferin sei der Angreifer losgegangen, habe sie bis zum Auto verfolgt, worin sie sich in Sicherheit bringen konnte, und auf die Scheibe eingeschlagen. Der Solothurner versteht nicht, dass ein so aggressiver Mensch nicht in Haft sitzt, sondern nach der Befragung zwar aus dem Armeedienst entlassen wurde, aber nach Hause gehen konnte.

Gegenüber 20min erklärt der Sprecher der Militärjustiz, Mario Camelin, dass Untersuchungshaft nur dann angeordnet werden dürfe, wenn ein dringender Tatverdacht bestehen oder ein besonderer Haftgrund vorliegen würde. Beides sei in diesem Falle nicht gegeben.

Am Freitag war es zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen einem Zivilisten und einem Unteroffizier der Schweizer Armee gekommen. Die Militärjustiz hatte den Vorfall bestätigt und eine Untersuchung eingeleitet. Ob tatsächlich ein Messer im Spiel war, sei immer noch Gegenstand der Untersuchung. (jk)