Bellach
Offene Fragen in der Vorprüfung beantworten

Das geplante Recycling Center der Marti AG in Bellach macht immer noch vielen Gemeinderäten Bauchweh. Zwar ist es in einer Reservezone geplant, die umgezont werden soll, den Grundsatzentscheid will der Rat dennoch noch nicht fällen.

Rahel Meier
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Am westlichen Dorfeingang soll das Recycling Center entstehen. Das Wäldchen (rechts) würde abgeholzt und anderswo neu angepflanzt.rm

Am westlichen Dorfeingang soll das Recycling Center entstehen. Das Wäldchen (rechts) würde abgeholzt und anderswo neu angepflanzt.rm

«Es macht mir Mühe an einem Ort zu planen, von dem wir noch nicht mal wissen, ob er eingezont wird oder nicht.» Heli Schaffter (SP) brachte das Unbehagen ihrer Fraktion in Sachen Marti-Recycling-Center zum Ausdruck. Tatsächlich liegt das Land auf dem das Recycling Center dereinst zu stehen kommen sollte heute in der Reservezone.

Im neuen räumlichen Leitbild wird allerdings auch gesagt, dass dieses Land umgezont werden soll. «Im Prinzip haben wir damit den strategischen Entscheid bereits gefällt», so Gemeindepräsident Anton Probst (FDP) in der Gemeinderatssitzung vom Dienstagabend. Er nahm das Anliegen der Fraktion von SP und Grünen aber ernst und versprach, den Grundsatzentscheid in der nächsten Sitzung zu traktandieren.

Offene Fragen beantworten

Am Dienstag ging es darum, den Teilzonen- und Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften, zur Vorprüfung an den Kanton zu schicken. Zudem soll im September eine öffentliche Mitwirkung stattfinden. «Damit ist noch nicht einmal die öffentliche Auflage beschlossen», erklärte Rolf Riechsteiner (BSB und Partner), der das Projekt für die Marti AG plant.

Felix Glatz-Böni (Grüne) stellte trotzdem einen Rückweisungsantrag. «Ich möchte erst entscheiden, wenn wir wissen, ob das Land umgezont wird. Auch sonst habe ich noch viele offene Fragen.» Auch Fritz Lehmann (SVP) zeigte sich nicht begeistert. «Ich sehe Verkehrsprobleme auf uns zurollen.» Die Westumfahrung sei heute bereits überlastet. «Ist dies der richtige Platz für eine solche Anlage», fragte er sich zudem. «Ist es nicht», meinte Stefan Henzi (CVP). Ihn stört vor allem, dass 22000 Quadratmeter Land verbaut werden sollen, damit 12 bis 15 Arbeitsplätze geschaffen werden. «Dieses Stück Land ist das Filetstück von Bellach.»

Vieles umgeklärt

Beat Späti (FDP) gab zu, dass noch viele Fragen ungeklärt sind. «Genau darum soll das Projekt in die Vorprüfung zum Kanton. Dort haben wir alle Fachleute, die die Vorlage begutachten und ihre Meinung dazu sagen.» Das finanzielle Risiko, falls das Projekt scheitere, trage der Unternehmer, nicht die Gemeinde. Dies unterstützte auch Jörg Bärtschi (FDP). «Genau diese Antworten brauchen wir, um seriös weiter diskutieren zu können.»

Felix Glatz-Böni gab zu bedenken, dass der Kanton ein Interesse daran habe, dass eine solche Anlage realisiert werde. «Aber ist das auch unsem Interesse?» Sein Rückweisungsantrag wurde aber nur von drei Leuten (SP und Grüne) unterstützt. Knapper war der Entscheid, das Projekt in die Vorprüfung beim Kanton zu schicken: sieben Gemeinderäte stimmten Ja, sechs Nein.