Biezwil
Ofen in Biezwiler Waldhütte erhitzt die Gemüter

Das Waldhaus Biezwil wird saniert und braucht eine neue Heizung. Diese bekommt es auch. Das Projekt entwickelte sich aber zum veritablen Hahnenkampf.

Bruno Utz
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Eine Pelletheizung hätte es sein sollen.

Eine Pelletheizung hätte es sein sollen.

Für 55000 Franken wollte der Bürgergemeinderat Biezwil das Waldhaus sanieren. Die Hälfte der Summe sollte der Ersatz des Cheminées durch eine Pellets-Zentralheizung kosten. Für neue Fenster wollte der Rat weitere 10500 Franken investieren. Doch die Gemeindeversammlung vom 28. November 2011 liess die Pläne in Rauch aufgehen. Waldhausverwalter Werner Bleuer obsiegte mit seinem Antrag: Mit 9 zu 7 Stimmen bei 3 Enthaltungen entschied die Versammlung, der Bürgerrat müsse pro Arbeitsgattung mehrere Offerten einholen und gleichzeitig eine Lösung mit einem Schwedenofen zu prüfen.

Cheminée sanieren

Am nächsten Montag steht die Heizung wieder auf der Traktandenliste der Bürgergemeindeversammlung. Die Pellets-Heizanlage hat der Bürgerrat gestrichen. Stattdessen beantragt er nun einstimmig die Sanierung des Cheminées. Und die bessere Wärmeverteilung soll mit dem Bau eines Warmluftkanals in die südliche Ecke des Waldhauses erreicht werden. Der Bürgerrat beantragt, die Offerte von 21500 Franken zur Annahme. Das andere vom Rat eingeholte Angebot kostet 3500 Franken mehr.

Auftrag Bleuer erfüllt? Mitnichten! «Ich bin nicht gegen die Heizung, aber ein Schwedenofen wäre günstiger», kommentiert Bleuer den Antrag des Bürgerrats. Für knapp 6000 Franken hat eine von Bleuer angefragte Firma den Ofen offeriert. Dazu kämen noch die bauseits zu übernehmenden Maler- und Gipserarbeiten.

Bürgerpräsident Werner Reinhart sei «taub» gewesen und habe deshalb die Variante Schwedenofen gar nicht geprüft, glaubt Bleuer. Seine Aufgaben als Waldhausverwalter habe der Bürgerrat zudem plötzlich mit einem Pflichtenheft regeln wollen. «In ein Pflichtenheft gehören auch Rechte», habe er am 7. Mai an der Rats-Sitzung reklamiert und nach sieben Jahren Tätigkeit seine sofortige Demission eingereicht. «Aus persönlichen Gründen», sagt Bleuer und wirft Reinhart vor: «Der macht, was er will.»

«Den brauchen wir nicht»

Bleuer sei ein «V.....», schimpft Reinhart. «Den brauchen wir nicht. Und die Medien schon gar nicht.» Bleuer halte sich nicht an die Wahrheit. «Er spielt sich auf, um zu zeigen, er sei auch jemand.» Die Gemeindeversammlung sei in 45 Minuten fertig, prophezeit Reinhardt und verweist auf 33 Jahre Einsatz bei Einwohner- und Bürgergemeinde.