Oensingen
Oensingen bleibt weitere vier Jahre «Energiestadt»

Die Gemeinde hat das Re-Audit erfolgreich bestanden und kann damit für die nächsten vier Jahre das Label behalten. Die zuständige Labelkommission hat jüngst den positiven Entscheid für die Erneuerung des Labels gefällt.

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Blick auf die «Energiestadt» Oensingen.

Blick auf die «Energiestadt» Oensingen.

Bruno Kissling

Oensingen wurde 2008 erstmals mit dem Label «Energiestadt» zertifiziert. Dieses Label wird vom Bundesamt für Energie und dem Trägerverein «Label Energiestadt» denjenigen Gemeinden verliehen, die ausgesuchte energiepolitische Massnahmen realisiert oder beschlossen haben. Das Label ist ein Leistungsausweis für eine konsequente und ergebnisorientierte Energiepolitik und muss alle vier Jahre neu erreicht werden.

Nach einer internen Reorganisation der Gemeinde konnten ab 2010 zahlreiche Projekte effizient bearbeitet werden. In den Informationsblättern wurde jeweils Ende Jahr die Bevölkerung umfassend orientiert. Die Anforderungen des Labels stiegen seit 2008. 2012 wurde eine strengere Bewertung vorgenommen. Pluspunkte erreichte Oensingen hauptsächlich mit dem Energierichtplan, dem Aufbau der Fernwärme, der Kompogasanlage, der kommenden Wertstoff-Sammelstelle und dem Anschluss des «Bipperlisi» an Oensingen.

Mobilität ist ein Schwachpunkt

Negativ zu Buch geschlagen hat, dass die Energiebuchhaltung der kommunalen Gebäude und Anlagen noch nicht mit dem Programm «EnerCoach» geführt wird, dass kein gemeindeeigenes Gebäude den Minergie-Standard erreicht und die öffentliche Beleuchtung ohne Teilnachtabschaltung betrieben wird. Ein Schwachpunkt ist auch die Mobilität, wo 2008 zahlreiche Projekte versprochen, aber in der vorgesehenen Form nicht realisierbar waren wie Parkplatzbewirtschaftung, Massnahmen an der Hauptachse, Temporeduktionen im ganzen Gemeindegebiet sowie Fehlen der Fussweg- und Radwegbeschilderung. Im Massnahmenplan 2012–2016 ist eine Aufarbeitung dieser und weiterer Punkte festgehalten. Das Verbesserungspotenzial ist gross, diesmal jedoch realistischer. Zusammen mit den Massnahmen in der «Pipeline» sollte das Re-Audit 2016 wieder bestanden werden können.

Der Auditor beurteilt in seinem Bewertungsbericht abschliessend: «... es stehen noch einige interessante Projekte an, welche das Energieengagement der Gemeinde gut belegen. Es ist zu hoffen, dass die vorgesehenen Abstimmungen an der Gemeindeversammlung vom Stimmvolk positiv unterstützt werden.» (wso)