Aus alt mach neu. Was vor knapp 50 Jahren noch ein produktbreites Familienunternehmen war, fokussiert sich heute verstärkt auf einen deutlich spezialisierteren Markt.

Im Jahre 1969 startete Peter Scheidegger mit der Verarbeitung verschiedener Nussprodukte und gründete die Firma Peter Scheidegger, eben die Peshi AG. «Er hat bei null angefangen und im Jahre 1975 bereits im grossen Stil Nüsse industriell verarbeitet», weiss heute sein älterer Sohn Beat Scheidegger zu erzählen. Gemeinsam mit seinem Bruder Niklaus Scheidegger führt er das Unternehmen in Wiedlisbach.

«Während 28 Jahren haben wir in guter Zusammenarbeit Grossvertreiber und Automatenbetreiber mit Nüssen beliefert, sowie die vielen Restaurants in der Region», sagt Scheidegger. «Die Zahl der Restaurants nimmt jedoch stetig ab» und somit müsse man sich künftig auf andere Bereiche fokussieren, sieht der ältere der Scheidegger-Brüder die Zeichen der Zeit.

Genau dies haben sich die Brüder Scheidegger und die gesamte Firma mit ihren 20 engagierten, und teilweise sehr langjährigen Mitarbeitenden zum Ziel gesetzt. Ab dem Jahre 2012 wurde eine Partnerschaft mit der Chips- und Snackherstellerin Zweifel aufgebaut und ab November des letzten Jahres erfolgte die Auslieferung von sieben neuen Nussspezialitäten an Zweifel aus dem Hause Peshi. Weiterhin bleiben jedoch die beiden Brüder Eigentümer der Peshi AG in Wiedlisbach.

«Wir haben in der Vergangenheit bereits mit der Firma Peshi gearbeitet und kannten daher deren Know-how in der Verarbeitung von hochwertigen Nüssen», sagt Sascha Meier, der als Senior-Key-Account- und Product-Manager bei Zweifel Schlüsselkunden betreut. Man habe sich im Vorfeld vor allem nach lokal nahegelegenen Produzenten umgesehen. Ausserdem verfüge die Firma Peshi über die notwendige Technologie und die wertvolle und langjährige Erfahrung ihrer Mitarbeitenden.

Für Zweifel ist es eine Vergrösserung, für die Seite von Peshi eine Verkleinerung des Sortiments. Die Backwarenproduktion werde auf den 18. Juni 2014 eingestellt, erzählt Beat Scheidegger. Schweren Herzens werde man sich bald von «Chrömli und Chüechli» verabschieden müssen. Anstelle davon spezialisiert sich die Firma auf die Verarbeitung von Nüssen und Belieferung von Zweifel. Die exklusive Paprika-Gewürzmischung, welche man von den Paprika-Chips kennt, wurde nach eigenen Angaben eigens von Zweifel für die Nussproduktion entwickelt und angepasst.

Mit einem tränenden, aber auch mit einem sehr zuversichtlichen Auge schauen die Scheidegger-Brüder in die Zukunft. Laut Sascha Meier sei die Anlaufphase des Verkaufs in den ersten vier Monaten sehr erfreulich verlaufen, was das gesamte Team sehr zuversichtlich stimme. Da die Zukunft dennoch recht ungewiss sei, so Scheidegger, seien sie noch sehr zurückhaltend mit voreiligen Grossinvestitionen.

Vom kleinen Familienunternehmen zur anonymen Grossproduktion? Franziska Tschumi, seit über 23 Jahren Mitarbeiterin bei der Firma Peshi, sieht dem Wandel der Zeit für den familiär gebliebenen Betrieb gelassen entgegen. Seit ihrem 19. Lebensjahr arbeitet sie an der Verarbeitung der Nüsse. Über zwei Tonnen Nüsse finden täglich ihren Weg in die Hallen in Wiedlisbach. In lediglich zwei bis drei Stunden werden die Nüsse geröstet, abgekühlt und gewürzt. Anschliessend trocknet man die Nüsse und verpackt sie. «Beim Belegen der Bleche ist grosse Sorgfalt nötig», um sie nicht zu überladen und eine gleichmässige Röstung zu erreichen, erzählt Tschumi. So fertigen die Frauen täglich rund 1500 Dosen mit Nüssen an. Die meisten unter den Arbeiterinnen sind laut Franziska Stampfli Teilzeitangestellte und Hausfrauen, welche auf Abruf arbeiten.

«Wir sind klein, kompakt und leistungsfähig», charakterisiert Beat Scheidegger die Firma, welche von seiner Familie seit langer Zeit betrieben wird. «Die Firmentradition soll auch in Zukunft bestehen bleiben.» Auch mit dem neuen Grosskunden, so Sascha Meier. Sowohl die Mitarbeitenden der Peshi AG als auch die Zuständigen der Zweifel achten darauf, dass dem so bleibt. Mit dem Unterschied, dass die Nüsse nun mit einem zweiten Label auf der Verpackung verkauft werden: einem orangen «Z».