Selzach
Nun soll das Grundstück «Längstücki» doch umgezont werden.

Der Selzacher Gemeinderat hat gerade rechtzeitig die Initiative ergriffen, um das Grundstück «Längstücki» noch umzonen zu können, bevor das neue Raumplanungsgesetz in Kraft tritt.

Gundi Klemm
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Nach einem gescheiterten Versuch vor sieben Jahren soll das Grundstück Längstücki endlich umgezont werden.

Nach einem gescheiterten Versuch vor sieben Jahren soll das Grundstück Längstücki endlich umgezont werden.

Hanspeter Bärtschi

Da war schnelles Handeln notwendig: Damit das ab Mai gültige eidgenössische Raumplanungsgesetz die längst angedachte Umzonung «Längstücki» nicht verunmöglicht, hat der Rat gerade rechtzeitig die Initiative ergriffen.

Beim 8320 Quadratmeter grossen Grundstück «Längstücki» neben dem Stryker-Areal jenseits der Solothurnstrasse handelt es sich um ein Gebiet, das längst im Fokus der Gemeinde war.

2007 wurde dieses Teilstück von der Umzonungsgenehmigung durch den Regierungsrat noch zurückgestellt, bis die Notwendigkeit der Bauzonenerweiterung begründet werden kann. Das ist jetzt der Fall, weil mit Ausbauabsichten eines örtlichen Betriebs zu rechnen ist.

Deshalb stellt der Rat nun an den Regierungsrat den Antrag, den Teilzonen- und Gestaltungsplan, wie er bereits 2007 vorlag, zu genehmigen. Mit den Eigentümern dieses Geländes wird eine Vereinbarung abgeschlossen.

Offenbar ist bereits ein Quadratmeterpreis von 120 Franken akzeptiert. Eine Einschränkung gilt allerdings: Sofern die Einwohnergemeinde Selzach die Fläche (GB Nr. 3369) nicht bis Ende 2017 erwirbt, wird das Land wieder der Reservezone zugewiesen. Der Gemeinderat, der über den gesamten Vorgang dank umfassender Dokumentierung und guter Vorbereitung in den Fraktionen nicht lange diskutieren musste, segnete den Vorgang einstimmig ab.

Energie-Förderbeiträge

Um alternative Energien zu unterstützen, gewährt die Gemeinde Selzach seit rund vier Jahren Förderbeiträge für den Bau von Photovoltaik-Anlagen, die inzwischen auf zahlreichen Dächern in der Gemeinde zu sehen sind. Sie hat dafür seitdem 169 000 Franken ausgegeben. Da nun Bund und Kanton ihre Förderbestimmungen geändert haben, will auch Selzach reagieren.

Neu gilt landesweit, dass Photovoltaikanlagen mit einer Leistung zwischen 2 und 10 KW mit einer Einmalvergütung bedacht werden, die ohne Wartefrist sofort ausbezahlt wird. Betreiber von Anlagen zwischen 10 und 30 KW können wählen zwischen der Einmalzahlung oder der Einspeisevergütung KEV, die gegenwärtig 23,8 Rappen pro KWh ausmacht.

Der Gemeinderat, der sich dezidiert für die Weiterführung des kommunalen Solar-Unterstützungsprogramms aussprach, änderte seine bisherigen Richtlinien geringfügig. Weiterhin zahlt Selzach seinen Beitrag, der sich in der Höhe zu 50 Prozent am Kantonalbeitrag orientiert. Wer die KEV wählt, erhält aber keine Einmalzahlung mehr von der Gemeinde. Die Neuordnung tritt sofort in Kraft.

«Selzach bewegt»

Vom 2. bis 10. Mai soll man sich im Dorf wiederum bewegen. Ein Flyer wird bald über alle Angebote von «Selzach bewegt» Auskunft geben. Gemeinderat und Umweltkommission wollen sich daran beteiligen.

Sie planen, am Samstag, 10. Mai, zwischen 9 und 11 Uhr im Brühlwald Abfall zu sammeln und diesen dann in irgendeiner Form - vielleicht sogar künstlerisch - der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Dazu Thomas Studer: «Die Leute sollen doch sehen, was so alles im Wald weggeworfen wird.» Alle freiwilligen Helfer werden mit einem kleinen Apéro belohnt. Als der Rat einen Titel für diese Aktion suchte, wurde es lustig in der Sitzung. Die sprühenden Sprachideen lauteten beispielsweise: «Gemeinderat gegen Unrat» oder auch «Ohne Unrat keinen Apéro».

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