Altreu
Nun sind die Jungstörche beringt und bereit für den ersten Flug

Am Dienstagnachmittag wurden die Jungstörche in Altreu beringt. Die jungen Vögel können zwar noch nicht fliegen, doch schon bald wird sich dies ändern. Denn bereits in einer Wochen werden sie ihr Nest zum ersten Mal verlassen.

Simon Binz
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Jungstörche können noch nicht fliegen, deshalb kann man sie überhaupt beringen
13 Bilder
Robert Schoch dirigiert den Korb an die richtige Positiion
Bald verlassen die jungen Störche das Nest
Der Mensch braucht schweres Gerät, um an die Tiere zu kommen
Ein Feuerwehrauto mal anders eingesetzt
Zwei Jungstörche geniessen die Aussicht auf die Aare
Neben dem gesunden liegt auch ein toter Jungstorch
Der Ring wird oberhalb des Gelenkes angebracht
Der Code auf dem Ring gibt Aufschluss über die Herkunft und das Alter des Storchs
Das Spektakel lockt Schaulustige an
Ausblick aus der Vogelperspektive
Beringer Robert Schoob geht in Position
Alle beringten Störche werden schriftlich erfasst

Jungstörche können noch nicht fliegen, deshalb kann man sie überhaupt beringen

Hanspeter Bärtschi

Zusammen mit der Feuerwehr der Stadt Solothurn beringte gestern Nachmittag der Verein «Storch Schweiz» die Jungtiere der Storchensiedlung in Altreu. Die Vögel seien «guet zwäg», sagt Renata Gugelmann, Mitarbeiterin des Infozentrums Witi.

Sie hätten schön «hingehalten». In rund vier Stunden wurden 28 Jungstörche beringt, zusätzlich einer von ihnen besendert. Nur 28? Vor knapp zwei Wochen war noch die Rede von ungefähr 45 Jungtieren?

Gugelmann erklärt: «Einerseits sind einige Jungstörche in Nestern, die wir nicht erreichen können und andererseits waren einige bereits so gross, dass die Gefahr bestand, sie würden wegfliegen.»

Hinzu komme, dass noch zwei Tote Tiere in den Nestern gefunden wurden. «Das gibt es halt», sagt Gugelmann etwas bedrückt und fügt an: «Es könnte auch sein, dass beim ersten Abflug noch das eine oder andere Jungtier stirbt. Und auch starke Windböen könnten die Kleinen aus dem Nest blasen.»

Allgemein sei es aber ein guter Durchschnitt, man sei mehr als nur zufrieden. «Jetzt sind sie schon sehr gross und in etwa einer Woche können sie bereits mit dem Flug-Training beginnen», so Gugelmann.

Was genau bedeuten eigentlich die Ziffern auf dem schwarzen Kunststoffring? Die Storchen-Expertin Gugelmann erklärt: «HES steht für Helvetia Sempach. Das heisst, dies ist ein Schweizer Storch. Anhand den Buchstaben SH und der dreistelligen Ziffer kann man zudem erkennen in welcher Storchensiedlung und in welchem Jahr der Storch geboren ist.»

Übrigens: Die zwei Störche, die seit knapp einem Monat auf einem Flutlichtmast beim Sportzentrum Zuchwil nisten, sind das Brutpaar, dass seit 2011 auf dem einzigen kameraüberwachten Horst in Altreu nistete.

Nachdem sie in diesem Jahr alle ihre fünf Babys, nach knapp einer Woche (über Ostern), verloren hatten, zogen die Störche weitere und haben sich nun wohl ein neues Zuhause gesucht. Renata Gugelmann erklärt, dass man von der Zeitung von den Ausreissern erfahren habe und bei Überprüfung aller Vögel in Altreu, sei man darauf aufmerksam geworden, dass es sich um dieses Brutpaar handeln müsse.

Störche nisten auf dem Flutlicht des Sportzentrums Zuchwil

Störche nisten auf dem Flutlicht des Sportzentrums Zuchwil

Rahel Meier

«Ich mag das Zuchwil schon gönnen, auch wenn es ein bisschen gemein ist», lacht die Storchen-Expertin und fügt an: «Es wird interessant zu sehen, wo sie im nächsten Frühling nisten werden, wir auf jedenfall sind gespannt.»

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