Kiesgrube Deitingen
Noch immer lässt sich mit der Kiesgrube in Deitingen viel Geld verdienen

Bürgergemeinde von Deitingen will das Deponievolumen in der Kiesgrube erhöhen, weil die Nachfrage stark angestiegen ist. Dass die Erweiterung auf Opposition stösst, glaubt man nicht.

Christof Ramser
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Betriebsleiter Martin Flury steht über der Kiesgrube in Deitingen.Hanspeter Bärtschi

Betriebsleiter Martin Flury steht über der Kiesgrube in Deitingen.Hanspeter Bärtschi

Hanspeter Bärtschi

Sie ist die Goldgrube der Bürgergemeinde Deitingen: die Kiesgrube Mühlerain im Wald Richtung Wangen an der Aare. Seit den 1950er-Jahren wird dort Kies gewonnen, das für den Bau von Strassen, Wegen, Bahntrassees und für die Betonproduktion heiss begehrt ist. Es ist kein Geheimnis, dass die Grube die Bürgergemeinde als Besitzerin «stein»reich gemacht hat. Allerdings ist in den letzten Jahren die Nachfrage an Deponievolumen im Verhältnis zum Kiesverkauf massiv angestiegen, wie Betriebsleiter Martin Flury sagt. Pro Kubikmeter werden heute 16 Franken bezahlt. Noch vor einigen Jahren lag der Preis bei rund 9 Franken. «Der Markttrend geht Richtung Recycling.» Oft wird Abbruchmaterial anstelle von Kies eingesetzt. «Dadurch entstand ein Manko an Deponievolumen.» Bisher konnte nur so viel Material eingelagert werden, wie abgebaut wurde. Schweizweit gibt es zu wenig Deponievolumen, wo der Aushub aus den zahlreichen Baustellen aufgeschüttet und eingebaut werden kann.

Mehr Umweltschutz

Mehr Umweltschutz und Wiederverwertung also – dieser Tatsache kommt die Bürgergemeinde nach. Sie will das Deponievolumen um 950 000 zusätzliche Kubikmeter vergrössern und die Endgestaltung um bis zu 20 Meter erhöhen. Wo heute Jungwuchs steht, schütten Lastwagen schon bald Ladungen voller Aushub aus. Das Gebiet wird sukzessive aufgeforstet. Profilstangen im Wald geben einen vagen Eindruck, wie sich die Landschaft im Deitinger Wald in den kommenden Jahren verändern wird. Der entsprechende Teilzonen- und Gestaltungsplan mit Rodungsgesuch und Umweltverträglichkeitsbericht ist bis zum
9. April auf der Deitinger Gemeindeverwaltung einsehbar.

Den Trend zu mehr Deponievolumen bestätigt Daniel Furrer, Bürgergemeindepräsident in Lüterkofen, wo ebenfalls eine Kiesgrube betrieben wird. Die Schwierigkeit sei es, die Balance zwischen Kieseingang und -ausgang zu finden. «Derzeit ist keine Grossbaustelle im Markt, deshalb ist die Nachfrage nach Deponievolumen grösser als nach Kies», sagt Furrer. Doch das Volumen lasse sich über den Preis steuern. Die Grube in Lüterkofen wurde vor einigen Jahren erweitert, die Kapazität reicht derzeit aus.

Auflagen verschärft

Die Deponie in Deitingen hingegen wächst stark in die Höhe. Die Grubenfläche indes ändert sich nicht. «Es wird darauf geachtet, eine natürliche Endgestaltung zu erstellen und die Bedürfnisse von Natur und Forstwirtschaft zu berücksichtigen», sagt Betriebsleiter Flury. Wegen der verschärften ökologischen Auflagen des Kantons hat sich die Bürgergemeinde bereit erklärt, zusätzliche Ausgleichsmassnahmen zu realisieren. «Wir wollen neben dem Abbau auch etwas für die Natur tun.» So wird das Waldreservat Mürgelibrunnen um 2,4 Hektaren vergrössert und für 100 Jahre geschützt. Auf einer angrenzenden Parzelle soll eine Riedwiese mit Tümpeln und Dämmen geschaffen werden. Zudem wird der Schwarzbach renaturiert.

Dass die Erweiterung in Deitingen auf Opposition stösst, glaubt Martin Flury nicht. «Das Geld der Bürgergemeinde kommt schliesslich der Öffentlichkeit zu gut, zum Beispiel den Vereinen oder beim Bau des Dorfzentrums. Wir geniessen in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz.»

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