Biberist
Nicht nur das Torten-Sujet war in Biberist zum Anbeissen

Farbenfroher Umzug mit 18 Nummern und vielen Zuschauern. Das Publikum entlang der Strasse klatschen und wippen beherzt mit und freuen sich über die wirkungsvollen und fantasiereichen Outfits.

Agnes Portmann-Leupi
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Fasnachtsumzug in Biberist

Solothurner Zeitung

«Säg nid söttigs.» Diese Worte des Biberister Fasnachtsmottos wären vergangene Woche ob der misslichen Wettervorhersage der Meteorologen treffend gewesen. Wider erwarten darf sich der «Schnägg» als fasnächtliches Wahrzeichen trockenen Hauptes, ja sogar unter einigen Sonnenstrahlen, auf dem Wagen der Lismete durchs Dorf kutschieren lassen.

Die Biberister Jungtambouren begleiten ihn mit ihrem kecken Spiel. Die einheimischen «Ämmeratte» plädieren für «Pfuus» aus ebendieser Sonne sowie aus Wasser, Wind und Grünzeug. Auf ihrem Wagen präsentieren sie die genaue chemische Formel des erforschten «Glucoplaschts». Vorsichtshalber vermerken sie aber: «D’Idee isch noni fertig, no chli primitiv – aber d’Hauptsach, sisch Auternativ.»

Ein bisschen alternativ zeigt sich auch die «Wüudi» Gruppe in ihrer neuesten Bademode, immer noch auf der Suche nach dem passenden Strand. «Ungerwasser», mit Schwimmflügelchen und -westen sowie Musikinstrumenten ausgerüstet, fahren die Gerlafinger «Chaotiker» zum Titanic-Song durch die Strassen.

Füuzlüüs mit Muskelkraft

Zum Anbeissen reizt die Riesentorte in Rosarot und Weiss der jubilierenden und fetzig aufspielenden Biberister Ventil-Blöterler. An prickelndem Champagner in ihrer VIP-Lounge fehlt es nicht. Die 50 Jahre hat die Gugge Ende Januar bereits ausgiebig gefeiert, ganz ihrem Motto getreu «sone Zirkus».

Ernster gibt sich die «Chnorz und Morgs GmbH» mit ihrem Weltuntergang-Wagen. Auf einer Himmelstreppe thront ein riesiges Fragezeichen und die Kalenderdaten enden mit ebensolchen Zeichen nach dem 21.12.12. «D’Mayas heis scho immer gseit, dass d’Wäut im 2012 ungergeit», verkünden sie. Sportlich zeigen sich die «Füuzlüüs». Im Hinblick auf den kommenden slowUp ziehen sie ihren Wagen mit alleiniger Muskelkraft. Logisch, dass auch ihre Kinder Einrad und Trottinette benutzen. Im vollen Einsatz sind die Römer Carabinieri auf der Suche nach Biberister Berlusconis.

Wirkungsvolles Outfit

Was wäre ein Umzug ohne fetzige Musik? Mitreissend und temperamentvoll begeistern die einheimische Jugendgugge Note-Tschauper und die sechs Guggen aus der Region: die Deitinger Chäslochbrätscher, die feurigen Ämmekracher aus Derendingen, die Oeschschränzer aus Subingen, die Niederwiler Schnadehüdeler, die Iguschränzer aus Recherswil und die Schrottofoniker aus Bätterkinden. Diese führen auf ihrem Saloon-Wagen den «Schrottoföndli-Nachwuchs» mit.

Überzeugt tut der kleine Sven aus Niederwil, der in voller Montur bei den Schnadehüdelern mitläuft, seine Absichten kund: «Heuer verteile ich noch Täfeli, aber ich übe bereits auf der Trompete.»

«Gross und oho»

Der Wagen von «Chli aber oho» hat die grosse Aufgabe, dem gut gelaunten Publikum einen finanziellen Zustupf zu entlocken. «Gross und oho» geht es abschliessend beim Platzkonzert zu, dargeboten von den Guggenmusiken, die am Umzug teilgenommen haben. Da wird das Stillstehen zu den Ohrwürmern geradezu unmöglich. Für das Tanzen zu den karibischen Klängen tut erneut die wärmende Sonne das Ihre dazu. Ganz klar, dass für die Nimmersatten das bunte Treiben in den Restaurants karnevalistisch weitergeht.