Ein Mann, 100 000 Kilometer, 50 Länder, mit dem Fahrrad, zu Fuss und zu Wasser - eine Reise um die Welt. Die Rede ist nicht von Jules Vernes Buchklassiker «In 80 Tagen um die Welt» aus dem Jahre 1873. Die Rede ist von einem innovativen Projekt eines jungen Mannes aus Biberist. Fabian Trummer will sich mit «Travel4Peace» - Reisen für den Frieden - einen Lebenstraum erfüllen. Fünf Jahre hat er dafür eingeplant und bald schon beginnt sein Abenteuer.

Einmal Reisender, immer Reisender

Im Frühling 2010, nach Beendigung seiner Rekrutenschule als Durchdiener, packte Fabian Trummer das Verlangen, wegzugehen. «Innerhalb von einer halben Woche haben wir dann eine Weltreise per Flugzeug geplant und auf ging es». Insgesamt sieben Monate ist er zusammen mit einem Freund durch Asien und Amerika gereist.

«Klar die beste Zeit meines bisherigen Lebens», sagt der gelernte Polymechaniker.

Zurück in der Schweiz und im Alltag angekommen, habe er relativ schnell bemerkt, dass ihm die stetige Bewegung und Veränderung fehlte. «Warum sesshaft bleiben? Ich brauche Veränderung.» Es stimmt also: Einmal Reisender, immer Reisender.

Schritt für Schritt hat sich der Lebenstraum einer fünfjährigen Weltreise entwickelt. Doch wie finanziert man ein Projekt mit voraussichtlichen Kosten von bis zu 60 000 Franken? «Das habe ich mich oft gefragt, und so ist mir die Idee mit ‹Travel4Peace› gekommen» (siehe Kasten).

Die Weltumrundung als Lebensschule

«Fabian ist der herzlichste und selbstloseste Mensch, den ich kenne. Seine Lebensfreude ist ansteckend», sagt Seline Habegger, die beste Freundin von Fabian. Die nötige Portion Ehrgeiz und eine gesunde Verbissenheit, welche bei einem Projekt wie diesem mitspielen sollte, scheint der weltoffene Trummer mitzubringen. «Für mich ist die Weltumrundung keine Reise an sich, persönlich sehe ich sie als Lebensschule», sagt der 23-Jährige. Der Wert des Reisens liege für ihn darin, von anderen Ländern, anderen Menschen, anderen Kulturen und anderen Altersklassen zu lernen.

Ein gewisses Risiko fährt mit

Gerade omnipräsent ist das Thema Geiselnahmen in sogenannten Risikoländern. «Da ist sicherlich ein gewisses Grundrisiko vorhanden. Ich glaube aber, die Wahrscheinlichkeit, dass solches geschieht, lässt sich auf ein Minimum reduzieren», meint Trummer. Grundsätzlich solle man sich dem jeweiligen Land anpassen, auf die Bevölkerung eingehen und gefährliche Situationen nicht herausfordern.

Sein Vater Armin Trummer glaubt, dass sein Sohn in dieser Beziehung zu gutmenschlich denkt. «Meine Frau und ich sind der Meinung, er solle doch die Risikoländer aussen vor lassen, man sorgt sich als Eltern.» Er stehe aber voll hinter ihm und traue seinem Sohn sehr viel zu. Seine Mutter Monika wünscht ihm vor allem eines: «Wir denken, er ist auf der Suche nach etwas, was er noch nicht gefunden hat. Wir wünschen ihm, dies zu finden, damit er danach glücklich und unversehrt nach Hause kommen kann.» Diese Unterstützung ist für Fabian Trummer persönlich immens wichtig.

Von der Schweiz nach Nordeuropa über Osteuropa nach Asien und weiter nach Australien. Dann zu den Inselgruppen Mikronesiens, weiter die Ostküste Südamerikas entlang, durch die Karibik nach Afrika und wieder zurück in die Schweiz.

Die geplante Route von Fabian Trummer

Von der Schweiz nach Nordeuropa über Osteuropa nach Asien und weiter nach Australien. Dann zu den Inselgruppen Mikronesiens, weiter die Ostküste Südamerikas entlang, durch die Karibik nach Afrika und wieder zurück in die Schweiz.

Mit einem Massenstart gehts los

Am 12. Mai soll es mit einem Massenstart in Solothurn losgehen. Geplant ist ein gemütliches Fest, bei dem er am späteren Nachmittag losfährt und dabei möglichst viele mit ihm die ersten Meter mitfahren. Sei dies mit dem Fahrrad, mit dem Skateboard, zu Fuss oder mit den Rollerblades

Mit nachdenklichem Blick, aber bestimmter Stimme sagt er zum Schluss über den Tischrand gebeugt: «Je mehr Menschen ich die vielfältigen Kulturen anderer Völker näher bringen kann, desto weniger Platz bleibt für Hass und Krieg. Auch wenn ich die Welt nicht verändern kann, hoffe ich einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.»

Mehr Infos zu dem Projekt auf www.travel4peace.ch.

Sehen Sie hier das gesamte Video zum Projekt:

Der Dokumentarfilm «Travel4Peace» von Fabian Trummer