Was erlaubt ist und was nicht, ist im Bestattungs- und Friedhofsreglement der Gemeinde festgehalten. Dieses soll geändert werden und war deshalb Thema im Gemeinderat. Diskutiert wurde einmal mehr über den Eintrag, wonach auf dem Friedhof keine Symbole anderer Religionen erlaubt sein sollen.

Der Kanton hatte sich bei der Vorprüfung des Reglements kritisch dazu geäussert. Andersgläubige könnten dieses Verbot als Diskriminierung empfinden. Bei einem allfälligen Rechtsstreit würde die Gemeinde den Kürzeren ziehen.

Gemeinde würde unterliegen

Um in dieser Sache gesetzeskonform zu handeln, hatte der Rat an seiner letzten Sitzung beschlossen, beim Kanton eine Empfehlung einzuholen. Der Kanton kam auch bei seiner zweiten Beurteilung zum Schluss, dass ein Verbot von Symbolen aus anderen Religionen auf den Grabsteinen aus juristischer Sicht nicht haltbar ist.

Würden aus einem Rechtsstreit Kosten erwachsen, so gingen diese zulasten der Gemeinde, lautet der Bescheid der Kantonsbehörde. Vom Gemeinderat sowie auch vom Kanton wurde zudem darauf hingewiesen, dass auch der Grabstein in Form eines Kreuzes ein religiöses Zeichen ist.

Das aus dem Jahr 1950 stammende Reglement sei nicht mehr zeitgemäss, wurde weiter argumentiert. Der Anteil von Menschen aus anderen Religionen sei von damals ein paar wenigen auf einen Bevölkerungsanteil von rund 25 Prozent angewachsen.

Der Gemeinderat sprach sich mit fünf gegen zwei Stimmen gegen ein Verbot von Symbolen aus anderen Religionen aus. Damit wurde Paragraf 18 Absatz 8, «je nach Religion kann beim Grabstein oder der Schriftplatte die Gravur eines der Glaubensrichtung entsprechenden Symbols (zum Beispiel Kreuz, Mondsichel, Davidstern usw.) angebracht werden», wieder ins Reglement aufgenommen. Die Gemeindeversammlung wird im November über das revidierte Bestattungs- und Friedhofsreglement befinden.