Im grosszügigen Neubau sollen im Herbst die Schauspielerinnen und Schauspieler die Bühne entern. Nur unweit vom einstigen Dorfkino entfernt, in dem das Theater damals seine ersten Produktionen durchführte.

Die Organisatoren der Kulturinstitution nehmen die Rückkehr aber zum Anlass für einen Namenswechsel. «Dass das Theater beim Bahnhof Dornach-Arlesheim liegt, sieht man doch. Darauf müssen wir nun nicht mehr hinweisen», erklärte Georg Darvas, der künstlerische Leiter der Einrichtung am Dienstag an der Medienkonferenz im Neubau. Das Neue Theater am Bahnhof nennt sich ab sofort neuestheater.ch und wird sich künftig vermehrt theaterfernen Veranstaltungen öffnen. Das Haus soll für gesellschaftliche Aktivitäten, insbesondere von Vereinen aus der Umgebung, zur Verfügung stehen. «Unser Ziel ist ein kulturelles Zentrum für eine breite Öffentlichkeit der Birsstadt-Region», findet Johanna Schwarz, die gemeinsam mit Georg Darvas das Theater leitet.

Den Fokus richtet die Einrichtung aber auch im neuen Gebäude, in dem einst ein Restaurant mit Kegelbahn untergebracht war, auf vielfältige Theaterproduktionen. Im Anschluss an die Schlüsselübergabe werden ab Ende September verschiedene Theaterschaffende mit kleinen Gastgeschenken die Räumlichkeiten einweihen. Mitte November soll eine erste Oper ihre Premiere feiern. «Man sei momentan daran, den Spielplan für die kommende Saison zusammenzustellen», sagt Georg Darvas, der im Theater immer wieder selbst inszeniert.

Glasklarer Klang dank Höhe

Auftreten werden die Künstler bei umfangreicheren Produktionen auf der Grossen Bühne. Kleinere Veranstaltungen können im sogenannten Proberaum stattfinden, der für die unterschiedlichsten Zwecke verwendet wird. Auch das Foyer, das einen Ausblick auf die Geleise und den Bahnhof bietet, soll für Performances genutzt werden. Die einzelnen Räume bieten weit mehr Menschen Platz als die aktuelle Bleibe. Mit 200 Plätzen fasst das Theater doppelt so viele Besucher wie das Haus am Stollenrain. Profitieren werden diese von der Höhe des Neubaus, die für einen glasklaren Klang sorgen soll.

Für den Betrieb am neuen Standort zeichnet die eigens gegründete Kultur am Bahnhof AG verantwortlich, die vom ehemaligen Solothurner Regierungsrat Klaus Fischer präsidiert wird. Der Hofstetter weist darauf hin, dass zurzeit Leistungsvereinbarungen mit sämtlichen involvierten Parteien ausgearbeitet werden. Eine davon ist das kürzlich gegründete Forum Schwarzbubenland, das seine Geschäftsstelle vom abgelegenen Gempen nach Dornach disloziert. «Durch die regulären Öffnungszeiten und die optimale Lage am Verkehrsknotenpunkt kann ein grösseres Zielpublikum erreicht werden», sagt Vorstandsmitglied Susanne Koch. Es mache Sinn, die Räumlichkeiten, in denen meist abends Veranstaltungen stattfinden, auch tagsüber zu nutzen. Die Organisation für Wirtschafts- und Tourismusförderung im Schwarzbubenland hat vor, im Foyer sowohl Tickets für die Theatervorführungen zu verkaufen, als auch auf ihre eigenen Angebote aufmerksam zu machen.

Gesamtkosten von vier Millionen

Dass in der heutigen Zeit, in der im Kulturbereich immer häufiger gespart werde, ein neues Theater errichtet werden könne, sei aussergewöhnlich, findet Klaus Fischer. Der Neubau verdankt seine Entstehung der finanziellen Unterstützung unterschiedlicher Partner. Dazu gehören die Kantone Solothurn, Baselland und Basel-Stadt sowie die Gemeinden Dornach und Arlesheim. Von den Gesamtkosten von vier Millionen Franken sind momentan noch 200 000 Franken offen. Die Verantwortlichen sind jedoch zuversichtlich, dass der noch fehlende Betrag dank Gönnern bis zur Eröffnung zusammenkommt.