Biezwil

Neues Bauland in der Grösse eines Fussballfeldes soll Raum für Zuzüger schaffen

Diese Wiese am Sunnenrain soll mit der Revision der Ortsplanung eingezont werden.

Diese Wiese am Sunnenrain soll mit der Revision der Ortsplanung eingezont werden.

Die ländliche Gemeinde im Bucheggberg will Raum für Neuzuzüger schaffen. So ist in der Ortsplanungsrevision vorgesehenen nicht bebautes Landwirtschaftsland in der Grösse von rund einer Hektare einzuzonen.

Auch in Biezwil drängt die Zeit. Ab 1. Mai tritt das revidierte Raumplanungsgesetz in Kraft. Die deshalb nötigen kantonalen Anpassungen im Raumplanungsgesetz und im Richtplan werden Einzonungen für mindestens 2 Jahre, Gemeindepräsidentin Rita Mosimann spricht gar von 5 Jahren, verunmöglichen. Deshalb soll die Ortsplanung (Opla) vor dem 1. Mai durchgedrückt werden.

Ein nicht einfaches Unterfangen, denn Biezwil ist grundsätzlich unter Druck. Dies zeigt die Bevölkerungsentwicklung eindrücklich. 1850 zählte die Gemeinde beinahe 600 Einwohner. Kontinuierlich entleerte sich danach das Dorf.

Der Tiefpunkt wurde 1990 mit 225 Personen erreicht. Seither wächst Biezwil wieder. 2010 zählte die Gemeinde bereits 335 und 2020 sollen es 370 Menschen sein. In 15 Jahren, also bis 2025, soll die 400er-Grenze geknackt werden.

Da braucht es verschiedene Massnahmen, um diesen Zuwachs, der in etwa den kantonalen Empfehlungen entspricht, verkraften zu können. Wobei die Worte nicht immer dieselben sein können.

So beschreibt der Kanton im kantonalen Richtplan Biezwil als ländliche Gemeinde, welche über eine Grundversorgung und lokale Arbeitsplätze verfügt. Im geltenden Räumlichen Leitbild der Gemeinde, das gleichzeitig Grundlage der Ortsplanungsrevision ist, lautet die entsprechende Passage etwas anders.

Die Rede ist vom bäuerlichen Kleindorf, das sich zur attraktiven Gemeinde zum Wohnen mit guten Voraussetzungen für die Landwirtschaft und das Kleingewerbe entwickelt. Klein ist der Unterschied, aber fein. So denn auch das Motto der Biezwiler für die Entwicklung: klein, aber fein.

Weiteres Wachstum

Kein Marschhalt, sondern weiteres Wachstum in der höchstgelegenen Gemeinde im Bucheggberg ist gefragt. Zugestanden werde vom Kanton rund eine Hektare neues Bauland, weiss Planer Uriel Kramer.

Das entspricht etwa der Grösse eines Fussballfeldes. Mit den nun in der Ortsplanungsrevision vorgesehenen Einzonungen von nicht bebautem Landwirtschaftsland, welche das Gemeindegebiet abrunden, sei man auf 1,08 Hektaren gekommen.

Diese Einzonungen waren an der Orientierungsveranstaltung im Gemeindesaal unter den 18 Besuchern unbestritten. Fragen gab es wegen der Erschliessungsstrasse für das neu eingezonte Gebiet Sunnenrain. Die Stichstrasse wird teuer für die wenigen Anstösser. Andererseits soll dieses Gebiet das Filetstück der Gemeinde werden, sprich die ganz wohlhabende Kundschaft ansprechen.

Die andere Massnahme ist eigentlich zweigeteilt und betrifft die Landwirtschaft, welche das Dorf prägt. So erklärten in einer Umfrage zwei Bauernbetriebe den Wunsch, auszusiedeln.

Zu schaffen machen die neu eingeführten FAT-Abstände (lufthygienerechtliche Mindestabstände von Tierhaltungsanlagen). Zwei Aussiedlerparzellen sind im neuen Ortsplan definiert.

In der Kernzone könnten somit zwei Bauernbetriebe frei werden, die künftig nicht mehr der Landwirtschaftszone, sondern in die Kernzone aufgenommen werden. Schon aktuell der Kernzone zugeschlagen werden weitere nicht mehr für die Landwirtschaft benutzte Bauernhäuser im Dorf.

Das sind immerhin sechs Grundstücke. In den grossen Volumina könnten in der Kernzone etliche Wohnungen entstehen, was bis anhin, in der Landwirtschaftszone, nicht möglich war. Damit das Ortsbild erhalten bleibt, werden die Hosteten der eingezonten Bauernhäuser in die Hofstattzone aufgenommen. Sie können nicht bebaut werden.

Erwähnenswert ist zudem die erstmalige Festlegung einer Landschaftsschutzzone. Diese Gebiete schützen die identitätsstiftenden, freien Landschaften rund um Biezwil vor einer Bebauung.

Die ausgeschiedenen Flächen entsprechen dem Leitbild, wurden aber so gewählt, «dass sie nicht allzu sehr schmerzen», wie Markus Freudiger, Mitglied der Opla-Arbeitsgruppe, erklärte. Bestehende Gebäude wurden grossräumig ausgespart.

Natürlich betrifft der neue Ortsplan im Detail viele Einwohnerinnen und Einwohner. Entsprechend wurden an der Veranstaltung auch viele Detailfragen gestellt und anschliessend teilweise unter vier Augen geklärt. Wesentlich ist der 4. April.

Bis zu diesem Termin können die Einwohner zu den aufgelegten Plänen, Berichten und Reglement Eingaben machen. «Wir wollen kein Risiko eingehen und gute Lösungen finden», erklärte die Gemeindepräsidentin den Anwesenden. Der Gemeinderat wird dann rasch die Ortsplanung beschliessen, sodass diese dem Regierungsrat zur Genehmigung vorgelegt werden kann.

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